PIXXEL – Der Fotografie Blog

3
GD Star Rating
loading...

Tutorial: RAW oder nicht RAW?

Joy 23. September 2013

RAW oder nicht RAW? Diese Frage stellte ich mir anfangs oft, um dann am Ende zu denken „JPG reicht doch, was soll RAW schon können“ oder „mit so vielen Datenmengen will ich mich nicht rumschlagen“. Jedoch habe ich mich sozusagen nach und nach umgewöhnt und würde nun nie mehr nur in JPG fotografieren wollen. Als ich zuletzt auf einem Konzert fotografierte, lernte ich die Qualitäten von RAW Aufnahmen erst so richtig zu schätzen. Und hat in mir irgendwie einen „Wow-Effekt“ hervorgerufen.

Ein Moment, der Moment, und? Überbelichtet. Eigentlich schon vollkommen verloren. Aber ich wollte mich damit nicht zufrieden geben, dass Foto einfach als verloren abzustempeln, weil der Moment doch viel zu einzigartig war und es eigentlich „das Foto“ gewesen wäre. Dass ich es wirklich noch so hinbekommen würde, hätte ich nicht gedacht.

Zuerst mal das Ausgangsfoto. Wie man sieht ist nicht mehr viel auf dem Foto zu sehen. Eben ein komplett überbelichtetes Foto. Ich habe aber versucht, das Beste herauszuholen, wie, dass zeige ich euch jetzt. Über die letztendliche Qualität lässt sich streiten, aber auch hier kann man noch einiges rausholen.

Ausgangsbild (Foto: Joy Görig)

Das Ausgangsfoto: Wie man sieht ist nicht mehr viel auf dem Foto zu sehen. Eben ein komplett überbelichtetes Foto.

Ich kann euch jetzt natürlich nicht erzählen, wie ihr eure Überbelichteten Bilder immer so hinbekommt, dass sie zu retten sind. Aber ich kann euch zeigen, wie ich mein scheinbar verlorenes Bild gerettet habe und es so auch in die engere Auswahl und letzten Endes dann auch auf mein Portfolio geschafft hat, weil ich es am Ende wirklich sehr mochte.

Wie man sich schon denken kann, sind hier die wichtigsten Regler die, die mit „Licht“ zu tun haben.
Damit es nicht zu „kalt“ aussieht und etwas mehr Stimmung in das Bild kommt wird erst einmal der Farbtemperatur-Regler in die „wärmere“ Richtung geschoben. Das gibt dem Bild mehr Emotion.

Dann kommen wir zu einem wichtigeren Regler. „Belichtung“. Diesen Regler schiebt man nun so weit in Richtung dunkler, bis man mehr auf dem Foto erkennen kann, aber gleichzeitig auch nicht das ganze weiß verschwindet. Hier muss man natürlich nach Gefühl geben und sollte es auch nicht zu sehr übertreiben.

Wenn die Person zu dunkel wird, habe ich leider als einzige Möglichkeit hier mit Photoshop nachzuhelfen, dazu aber später.

Nachdem der „Farbtemperatur“-Regler nun verschoben wurde, wirkt das Bild sehr platt und matt. Deshalb sollte auch der Kontrast-Regler ein wenig verschoben werden. Nur leicht, damit das Ganze nicht zu übertrieben wirkt.

Foto: Joy Görig

Nachdem der „Farbtemperatur“-Regler nun verschoben wurde, wirkt das Bild sehr platt und matt

Auch die Tiefen sollten etwas nach links geschoben werden, genauso der Regler von Schwarz. Dies gibt dem Bild noch etwas mehr Kontrast, ohne die hellen Töne wieder weiter zu erhellen. Um noch etwas nachzuhelfen wird nun auch der „Klarheit“-Regler in den Plus-Bereich geschoben. Somit haben wir dann ein etwas klareres Bild, auch etwas schärfer an den Kanten. Und schon jetzt kann man sehen, was vorher nicht zu sehen war. Die komplette Person, sowie die Umgebung. Bei meinem Foto kann ich nicht den ganzen Hintergrund wieder herstellen, aber so reicht es für mich auch vollkommen. Damit das Foto auch noch etwas Farbe bekommt wird auch der Dynamik-Regler nach rechts geschoben. So bekommt das Bild etwas mehr Farbe und Leben.

Foto: Joy Görig

Damit das Foto auch noch etwas Farbe bekommt wird auch der Dynamik-Regler nach rechts geschoben.

Da die dunklen Bereiche nun sehr rauschen werden, sollte auch hier noch etwas nachgeholfen werden um die Qualität zu verbessern. Hierzu sollten wir aber näher ran scrollen, 100% sollten es schon sein. Etwas sollte das Rauschen reduziert werden, ein Wert bei Luminanz um die 22 sollte hier reichen.

Foto: Joy Görig

Da die dunklen Bereiche nun sehr rauschen werden, sollte auch hier noch etwas nachgeholfen werden um die Qualität zu verbessern.

Damit uns aber die Details nicht verloren gehen, sollte hier der Regler bei ca. 49 stehen. Natürlich muss man immer das Gleichgewicht zwischen Rauschreduzierung und Schärfen halten.

Somit haben wir das Foto sozusagen erst mal gerettet. Wem das noch nicht reicht, der kann in Photoshop weiter machen. Wie das Foto am Ende aussieht, nach der Bearbeitung in Photoshop (nicht viel) könnt ihr hier sehen:

Foto: Joy Görig

Das „gerettete“ Foto

Getaggt mit: , ,

Veröffentlicht von Joy

Joy

Ich heiße Joy Dana und bin zurzeit in der Ausbildung zur Grafikdesignerin. Neben meiner Ausbildung fotografiere ich für ein Online-Magazin und eine lokale Zeitung auf Events und Konzerten. Musik, Design und Fotografie spielen eine große Rolle in meinem Leben, so bin ich auch, wie man sich schon denken kann, auf Konzertfotografie und Grafikdesign gekommen. Alle Beiträge von Joy sehen →

Kommentare (3)

  1. Super Beitrag! Ich fotografiere zwar immer auch im RAW-Format, habe aber allerdings meist bei der Bearbeitung anschliessend mit dem JPG-Format weitergearbeitet. Bei einem solch überbelichteten Bild hätte ich wohl auch gedacht, dass alles verloren ist. Das man aus dem RAW so viel noch machen kann, hätte ich nicht gedacht. Vielen Dank für den Hinweis und die super Erklärung anschliessend. 🙂

    GD Star Rating
    loading...
    Antworten
  2. Ob RAW oder JPG kommt bei mir ganz auf den Anlass an.
    Immerhin mach RAW richtig Arbeit.
    Doch wenn was besonders gutes rauskommen soll natürlich RAW

    Vg vom Bodensee

    GD Star Rating
    loading...
    Antworten

Einen Kommentar hinterlassen

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.

Zu deinem Account einloggen

Ich kann mich nicht an dich erinnern!Kennwort ?

Registriere dich auf dieser Seite!

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.


Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Fotografen: Jennifer Sanchez

Heute stellen wir euch Jennifer...

Schließen