PIXXEL – Der Fotografie Blog

1
GD Star Rating
loading...

Panoramabilder aus der Hosentasche

Gastautor 18. November 2010

ein Beitrag von Oliver Heuschele (Gastbeitrag)

Um eindrucksvolle Panoramabilder zu erstellen ist nicht immer eine teure Ausrüstung notwendig. In diesem Beitrag möchte ich Euch über eine Methode berichten, die jeder nachmachen kann. Man braucht dazu nur ein iPhone und zwei bzw. drei Apps.

Ich möchte Euch erst mal kurz die Apps vorstellen, mit denen ich üblicherweise arbeite:

Camera+

Diese App hat gegenüber der Standard-App vom iPhone viele Vorteile. Die wären z.B.

•man kann den Fokuspunkt getrennt vom Belichtungspunkt trennen. D.h. dass ich auf ein Objekt, das sich im Vordergrund befindet fokussieren und auf den Hintergrund lege ich meine Belichtungsmessung
• die App bietet eine Vielzahl von vordefinierten Bearbeitungs-Presets wie Belichtungskorrektur, Rahmen einfügen, Retro-Look, etc.
• man kann direkt aus der App seine Bilder auf Flickr, Twitter und Facebook veröffentlichen oder per Email verschicken
• es ist eine integrierte Lightbox vorhanden, in der temporär die Bilder gespeichert werden, die mit dieser App aufgenommen wurden

AutoStitch (http://itunes.apple.com/de/app/autostitch-panorama/id318944927?mt=8)

Das ist eine Stitching-Software. Stitchen heißt, dass einzelne Bilder, die hintereinander in Reihe aufgenommen wurden, zu einem kompletten Bild zusammengefügt werden.
Für mich persönlich ist diese App sehr gut ausgestattet und bietet die nötigen Funktionen, die man für die Erstellung der Panoramen benötigt. Und die Bilder werden ohne jeglichen Stitchfehler generiert. Das ist schon eine sehr gute Leistung für so eine App.
Sie kostet 2,39€ im App-Store.

PS Express (http://itunes.apple.com/de/app/adobe-photoshop-express/id331975235?mt=8)

Diese App bietet jede Menge Bearbeitungsmöglichkeiten (z.B. Belichtung, Sättigung, Schärfe, etc.), um mal kurz „quick & dirty“ seine iPhone-Bilder zu bearbeiten.
Diese App gibt es kostenlose im Store.

Nun kommen wir aber endlich zur Praxis 😉

Was bei der Panoramafotografie im Allgemeinen zu beachten gilt, muss hier natürlich auch berücksichtigt werden:

• Standpunkt des Fotografen. Hier darauf achten, dass auch interessante Objekte im Vordergrund vorhanden sind bzw. die Aussage des Bildes unterstützen
• Welchen Bereich möchte man mit dem Panorama abdecken (180°, 360° oder individuell)? Hier ist es auch wichtig, dass z.B. nur eine große, grüne Wiese weniger attraktiv ist, als z.B. ein Bereich, auf dem Bäume stehen
• Bei der Aufnahme beachten, dass die Einzelbilder eine Überlappung von ca. 25% haben

Was speziell beim Fotografieren mit dem iPhone beachtet werden sollte ist, dass der Kontrastumfang der Szene nicht zu stark ist. Mit einer DSLR würde man ein HDR erstellen können, was aber mit dem iPhone für die Panoramas (noch) nicht umsetzbar ist.

Aufnahme:

Zum Erstellen der Bilder habe ich hier die App „Camera+“ verwendet. Wie oben schon erwähnt kann ich hier den Fokuspunkt getrennt von dem Belichtungspunkt wählen. Dies habe ich allerdings nur beim 1. Bild des Panoramas eingesetzt. Die Stitch-App „AutoStitch“ verrechnet später automatisch die Bilder miteinander, damit man ein ausgewogenes Panoramabild erhält. Man braucht also nicht bei jedem Einzelbild diesen Vorgang wiederholen.

Hier die Ausgangsbilder:

Ohne jegliche Bearbeitung werden nun die Bilder gespeichert. Grund hierfür ist, dass beim  Stitchvorgang keine ungewollte Helligkeitsunterschiede der einzelnen Bilder entstehen. Würde man hier jetzt schon die Einzelbilder bearbeiten, hätte man evtl. beim Stichen Probleme.

Stitchen:
Nach dem Starten der App „AutoStitch“ werden die zuvor gespeicherten Einzelbilder geladen.

Hat man alle Einzelbilder ausgewählt klickt man auf „Stitch“ und die App beginnt mit dem Bearbeitungsprozess.

Ist das Ganze abgeschlossen sieht das vorläufige Ergebnis wie folgt aus.

Mit einem Klick auf das Crop-Icon wird automatisch ein optimales Verhältnis zwischen Breite und Höhe vordefiniert. Dies ist natürlich per Hand frei korrigierbar.

Nun kann das fertig gestitchte Panorama gespeichert werden:

Und so sieht das Zwischenergebnis aus

Optimierung:
Nun wird das Panoramabild in die Lightbox von Camera+ geladen.

Unter „Edit“ wende ich in diesem Fall nun nur das Backlight an, damit die Belichtung etwas ausgewogener wird. Anschließend wieder speichern.

Die finale Optimierung wird noch in PS Express vorgenommen.

Hierbei passe ich noch die Belichtung ein wenig an, damit besonders die Schattenbereiche mehr Zeichnung erhalten.
Und zum Abschluss mal wird das Bild gespeichert.

Hier nun das Endergebnis:

Schlusswort:
Dies ist mein Workflow für Panoramafotos, die ich mit dem iPhone erstelle. Natürlich ist die finale Qualität nicht für den Print geeignet. Aber um auf die schnelle ein Panorama zu schießen oder in einer geringeren Auflösung in seinen Blog, Website, etc. zu präsentieren reicht es allemal aus.

Ich muss auch noch erwähnen, dass die von mir erwähnte App Camera+ zurzeit nicht mehr im App-Store erhältlich ist. Ich hoffe aber, dass das bald wieder der Fall ist. Meinen Workflow könnt Ihr trotzdem mit einer Alternativ-App nacharbeiten.

Für weiter Informationen über Panoramas könnt Ihr gerne auf meiner Website www.oh-fotografie.de vorbeischauen. In meinem Blog www.blog.brennweite50.com findet Ihr zusätzlich Tipps & Tricks rund um die Fotografie.

Grüße Oliver

Getaggt mit: , , ,

Kommentar (1)

Einen Kommentar hinterlassen

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.

Zu deinem Account einloggen

Ich kann mich nicht an dich erinnern!Kennwort ?

Registriere dich auf dieser Seite!

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.


Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Doppelt reduziert!

Ein Beitrag von Simon Zryd...

Schließen