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Ausstellung „Character Stills“ (Oliver Abraham)

Admin 2. September 2012

Mal ist es ein klares Gesicht, das uns bekannt scheint, mal ein Name wie „Jeff Koons“, der unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht und dessen eigenes Werk bildlich präsenter ist als das Antlitz des Künstlers selbst. Mit seiner analogen Großbildkamera trifft der Meisterschuler von Prof. Arno Fischer in Berlin seit 2004 Musiker, Kunstler und Regisseure: nicht um sie kennenzulernen, sondern um sie zu fotograferen.

Gilbert & George (FOTO: Oliver Abraham)

Gilbert & George (FOTO: Oliver Abraham)

Dabei ist ihm vor allem wichtig, dass der zu Porträtierende den Bildrahmen fullt – nur er. Ein planweißer
Hintergrund, der Verzicht auf Attribute oder kunstliches Licht, auf Posen und Kostumierung verstärken die Wirkung des Gesichtes und der Körperhaltung des Abgebildeten. Manche von ihnen schauen den Betrachter direkt an, andere verstecken sich hinter ihren Haaren oder wenden ihren Blick ab – automatisch versuchen wir daraus Schlusse uber Charaktereigenschaften und Persönlichkeit zu ziehen. Wieder und wieder stellt sich die Frage nach dem „uber-das-Äußere-ins-Innere-Blicken“, die das Portrait in der Bildgeschichte schon immer aufgeworfen hat: Wie viel von der abgebildeten Person können wir wirklich in ihrem Porträt sehen? Genugt die nicht-inszenierte Fotografe als dokumentarischstes aller Bildmedien, um einen Menschen zu beschreiben? Richard Avedon, einer der bedeutendsten Fotografen der amerikanischen Mode- und Portraitfotografe und einfussreiche Inspirationsquelle Abrahams, sagte einmal, eine Fotografe zeige nie die Wirklichkeit, da sich die fotograferte Person im Moment des Fotograferens immer bewusst sei, gerade fotografert zu werden. Um dieses Bewusstsein wenigstens ein bisschen zu umgehen, bemuht sich Abraham, schnell und unkompliziert zu arbeiten: seine Protagonisten spricht er meist direkt an, andere erlauben selbst nur limitierte Aufnahmen. Manchmal sucht er sich erst vor Ort einen Assistenten, der ihm beim Aufbau des Sets hilft. Patti Smith ließ nur sechs Fotos von sich machen, bei David Lynch reichten vier und John Malkovich hatte zu wenig Zeit fur ein ausgedehntes Shooting – Komponenten, die Abraham entgegenkommen, arbeitet er doch vor allem aus dem Zufall und der Unvorbereitetheit eines Treffens heraus. Damit raubt er seinen Protagonisten außer der eigenen Mimik und der Kleidung am Körper die Möglichkeit zur Selbstinszenierung – einer Disziplin, die im Leben eines Kunstlers schnell zur Königsdisziplin wird. Der Hintergrund bleibt immer weiß und das Portrait generell schwarz gerahmt durch die Bildauswahl beim Entwickeln. Genau diese Rahmung, dieser bildinhärente Verweis auf das analoge Abzugsverfahren, eröffnet den Bezug zu Fotografen wie Richard Avedon und David Bailey – zu denen Abraham in der Tradition großer Fotokunst einen Bogen schlagen will.

In der Ausstellung CHARACTER STILLS präsentiert Die Kunstagentin vom 07.-23.09.2012 großformatige analoge Handabzuge, die den Purismus und die Klarheit der monochromen Porträts unterstreichen.

Die Ausstellungseröffnung fndet am 06.09.2012 von 19-22 Uhr statt und läuft damit parallel zur 21. Internationalen Photoszene Köln und der Photokina. Der Kunstler wird während der Vernissage anwesend sein.

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