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Mit dem Handy knipsen – Unvollkommenheit in Perfektion

Francis 6. November 2012

Wie schön kann Handy-Fotografie sein? Kann man mit der Smartphone-Kamera überhaupt gute Fotos schießen? Und wie reizvoll ist das Fehlen von Perfektion?

Kürzlich habe ich ein Interview gelesen, das mich ziemlich beeindruckt hat. Hier hat die schwedische Fotografin Martina Holmberg ihre Sicht zur Handy-Fotografie beschrieben. Die Berufsfotografin hat Freude daran gefunden, die Welt mit ihrem iPhone abzulichten. Und das nicht nur zum Spaß, sondern mit vollem Elan und ernsten Ansprüchen. Einfach mal die professionelle Ausrüstung daheim lassen und mit dem Mobiltelefon losziehen. Eigentlich eine sehr schöne Idee, wie ich finde. Denn viele wirklich bewegende Fotografien entstehen ja zufällig. So landet man beispielsweise völlig ungeplant mitten in der Botanik, weil man bei einer Autofahrt vom geplanten Weg abgekommen ist, und stellt auf einmal fest, dass der Sonnenuntergang, der sich einem bietet, viel zu eindrucksvoll ist, um ihn nicht festhalten zu wollen. Oder man ist bei einem Konzert, und plötzlich beginnt der Gitarrist doch tatsächlich, auf der Bühne seine Gitarre zu zertrümmern. Sofort sucht man das nächstbeste Mittel – das eben für den Laien meistens das Handy ist –, um diesen Moment einzufangen.

Professionalität vs. Reiz der Unvollkommenheit

Solche Momente, wenn sich Unerwartetes, Schönes, Beeindruckendes scheinbar aus dem Nichts ergibt, erfüllen mich immer mit ganz besonderer Freude. Und wenn ich mir die Spontan-Aufnahmen ansehe, die ich in diesen Situationen gemacht habe, bin ich immer wieder erstaunt, wie sehr mich die fehlende Professionalität jener Schnappschüsse fasziniert. Die Bilder sind oft verschwommen, verwackelt, schlecht belichtet – und genau das ist das Schöne daran: Sie sind echt. So echt wie der Moment selbst, in dem sie entstanden sind.

Bis vor kurzem wollte ich auf meinem Smartphone überwiegend E-Mails checken, Videos anzuschauen oder nützliche Handy-Software installieren. Neben dem Adobe Reader Download gehört z. B. die großartige Dropobx dazu. Mittlerweile habe ich mir gefühlte tausend Apps runtergeladen, um meine Bilder zu modifizieren. Nicht, um sie gekonnter oder besser wirken zu lassen, sondern nur, um dem Gefühl im Moment der Aufnahme durch andere Farben, intensiveres Licht oder künstliche Verzerrung noch mehr Nachdruck zu verleihen.

Professionalität beim Fotografieren ist Gold wert – aber unvollkommene Darstellungen des flüchtigen Lebens sind für mich unbezahlbar.

Ballon, fotografiert mit dem Sony Ericsson Xperia mini (Foto: Francis)

Ballon, fotografiert mit dem Sony Ericsson Xperia mini (Foto: Francis)

Mit dem Handy knipsen - Unvollkommenheit in Perfektion, 4.0 out of 5 based on 1 rating

Kommentar (1)

  1. hiya Francis

    zu handyfotos als gutem ersatz für ein kreatives werkzeug habe ich ein fotospiel bei facebook eröffnet:
    https://www.facebook.com/groups/BAT.PFP/

    es geht darum, mit möglichst einfachen mitteln, zu zwei verschiedenen themen (von mitgliedern gestellt) ein bild innerhalb von 3 tagen hoch zu laden. danach wird 3 tage lang bewertet und 1 tag pause gemacht.

    falls dich das interessiert – schau doch bitte vorbei.

    besten
    Viktor

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