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Lytro Illum – revolutionieren Lichtfeldkameras die Fotoindustrie?

Admin 3. Dezember 2014

lytro-illum-2014

Kamera einschalten, Anvisieren, Abdrücken und das perfekte Bild ist im Kasten – der Traum eines jeden Fotografen. Sogenannte „Lichtfeldkameras“ sollen diesen Traum weitestgehend möglich machen. Durch moderne optische Technologie kann zeitaufwändiges Scharfstellen schon bald Geschichte sein.

Die kalifornische Firma Lytro veröffentlichte im April diesen Jahres ihre neueste Entwicklung „Illum“, den grundlegend überarbeiteten Nachfolger des 2012er Modells der Lytro Lichtfeldkamera. Diese plenoptische Kamera ermöglicht Fotografen die Aufnahme von Bildern auf eine originelle Art und Weise.

Wie funktioniert eine Lichtfeldkamera?

 

Im Gegensatz zu herkömmlichen Kameras erfasst die Lytro Illum nicht nur Position und Intensität eines Lichtstrahls, sondern auch deren Richtung. Ein Linsengitter bricht jeden Bildpunkt und wirft ihn kegelförmig auf die Fläche des Bildsensors. Je nach Ort des Auftreffens berechnet die Software die Richtung des Strahls. Somit kann der Benutzer im Nachhinein den Fokus auf jeden Bildpunkt, mithilfe der beigelegten Software, verschieben.

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Megaray – die neue Währung der Lichtfeld-Fotografie

Bei der Beurteilung der Qualität eines Bildes spricht Lytro-CEO Jason Rosenthal nicht von Megapixeln, sondern von Megarays. Diese Einheit gibt an, wie viele Millionen Lichtstrahlen durch die Lytro Illum auf einem Bild erfasst werden. Je mehr Megarays, desto mehr räumliche Daten rekonstruiert die Software.

Diese Menge an Werten ist einerseits von Vorteil, denn nahezu jeder Bildpunkt kann nachträglich fokussiert werden, sodass manuelles Scharfstellen überflüssig wird. Andererseits schießt die Dateigröße in astronomische Höhen jenseits der 150 MB – bei einer Auflösung eines einzelnen Bildes von lediglich 4 Megapixeln. Die Bilder eignen sich nicht zum Druck auf große Fotoleinwände, dafür umso besser für 3D-Animationen auf dem Bildschirm.

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Gute Technik hat ihren Preis – und ihr Gewicht

Innovative Technik ist selten günstig. So muss der Fotograf um 1.599 USD für die etwa 1 KG schwere Lichtfeldkamera auf den Tisch legen. Daneben ist es sehr umständlich, die Bilder in sozialen Netzwerken zu teilen. Der Benutzer muss das Bild mit der Software öffnen und kann es erst danach in einem üblichen Format speichern.

Die Zukunft der Kameraentwicklung?

lytro-illum-2014-ScreenInnovation? Auf jeden Fall. Revolution? Noch nicht. Die Lytro Illum zeigt, wozu Lichtfeldkameras fähig sind. Trotz dieser wegweisenden Technologie wird der Hobby-Fotograf in der Illum keinen Ersatz für seine Spiegelreflex-Kamera finden. Dazu ist das Verhältnis von Preis zu Bildqualität nicht angemessen. Dennoch kann sie als interessante Erweiterung des Profi-Equipments dienen, falls man das nötige Kleingeld dazu hat.

Möglicherweise werden namhafte Kamera-Hersteller wie Canon oder Nikon die Lichtfeld-Technologie in bestehende Systeme integrieren – zum Beispiel in Form einer optionalen plenoptischen Funktion. Momentan ist die Technik aber noch nicht ausgereift.

Eines ist jedoch sicher: Die Frage ist nicht ob, sondern wann Lichtfeldkameras die Fotoindustrie revolutionieren werden.

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