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Lochkameras: In Berlin startet einhundertjähriges Projekt

Admin 20. Mai 2014

Century Cam (Foto: Jonathon Keats)

Der Künstler Jonathan Keats plant in Berlin ein neues Fotoprojekt. Einhundert Lochkameras sollen dort fest installiert werden – und für einhundert Jahre Fotos der Stadt aufnehmen. Der Termin für die dazugehörige Ausstellung ist ebenfalls schon fix. Diese soll am 16. Mai 2114 eröffnet werden.

Keats hat sich für Lochkameras entschieden, da herkömmliche Filme oder auch Fotopapier nicht so langlebig seien. Das Prinzip der Lochkamera ist dabei schnell erklärt: Das Bild wird direkt von der Kamera auf schwarzes Papier gebrannt. Alles Komplizierte sei zu anfällig für das Projekt, erklärte der Künstler. Statt einem Film verwenden die Lochkameras daher ein schwarzes Blatt Papier. Das Loch der Kamera fokussiert dann das Licht auf dem Papier und das Blatt verblasst entsprechend des Lichteinflusses. So entsteht langsam ein einzigartiges Bild von der Szene, die von der Kamera anvisiert wird.

Century Cam (Foto: Jonathon Keats)

Die Lochkameras zeigen dabei nicht nur einen Ort, sondern auch die Veränderungen, die im Laufe der Zeit auftreten. Wird ein altes Wohnhaus nach 20 Jahren abgerissen, so erscheint dieses auf dem letztlichen Foto nur noch als schwacher Rahmen – wie ein spukendes Gespenst. Diese Technik erspart auch eine Entwicklung der Bilder – wenn das Fotoprojekt in 100 Jahren beendet wird.

Seit dem 16. Mai werden die 100 Kameras in Berlin aufgestellt. Wer eine Kamera platzieren möchte, kann dies gegen 10 Euro Kaution tun. Die Kamera sollte dann an einem sicheren Ort aufgestellt werden und einhundert Jahre stehen bleiben. Im Anschluss sollten die Kamera-Aufsteller – oder vielmehr deren Nachfahren – die Kamera zurückgeben. So, dass in einhundert Jahren die dazugehörige Ausstellung beginnen kann.

Century Cam (Foto: Jonathon Keats)

Alle Fotos: © Jonathon Keats

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