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Junge Fotografen: Tabea Borchardt

Marc Wegner 14. Mai 2012

In unserer Rubrik Junge Fotografen möchten wir regelmäßig jungen Menschen die Möglichkeit bieten, sich und ihre Arbeiten zu präsentieren. Gleichzeitig ist das ein Aufruf an alle Fotografen, egal ob Amateur oder schon Profi, sich bei uns zu melden! Jeder ist Willkommen!

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Steckbrief

Name: Tabea Allika Rachel Maria Borchardt
Alter: 21
Motivation: Leidenschaft, Passion, liebe zu eingefangenen Momenten,-Erinnerungen, ich fotografiere auch um meine Sichtweise und meinen Blick für andere zu verdeutlichen, die Faszination des Prozesses bei der Dunkelkammerarbeit… also eine Vielzahl von Gründen motiviert mich dazu!
Ziele: Es gibt kein Hauptziel, natürlich wäre es schön wenn es Menschen anspricht, zur Diskussion anregt, bewegt und vielleicht ja auch zu meinen Mietzahlungen beiträgt. Jedoch gibt es kein vorrangiges Ziel. Ich lasse einfach passieren was passiert.
Art der Fotografie: Zusammengefasst würde ich sagen „experimentell“, da ich (noch?!) nicht „das EINE“ gefunden habe sondern mich vieles reizt. Analog, digital, mit Menschen, ohne Menschen…. aber man könnte es „teilweise inszenierte Umgebungsfotografie“ taufen, wenn es denn einen Namen braucht.
Zudem mache ich häufiger Selbstportraits. Überwiegend Akt. Das war von Anfang an eine Art Tagebuch und Dokumentation für mich über mich – und hat einfach nie abgerissen.
Referenzen: Eine Vielzahl von Bands bzw. Musikern, die ich bei Konzerten fotografiert habe
– CD Coverdesign für Daminus Records Edition
– Dokumentationsfotografie für das Label SONGS & WHISPERS
– Bilder von Menschen und Modellen
– Produkt- und Hochzeitsfotografie als Aufträge
– Ausstellungen in Hamburg, Walsrode, Altenboitzen, Rethem, Ottersberg,…
Größter Erfolg: Für mich bedeutet nicht eine Auszeichnung einen Erfolg, sondern wenn sich jemand wirklich für das was ich tue interessiert und man in eine wunderbare Konversation auf Grundlage meiner Bilder gelangt. Am tiefschürfensten war hier bisher meine Unterhaltung mit dem Musiker Adam Donen aus London, den ich fotografierte, und wo aufgrund der Fotos eine Freundschaft entstand, die uns auf beiden Seiten immer wieder menschlich und künstlerisch bereichert.
Kontakt: Website
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E-Mail

Interview

Hallo Tabea, stell‘ dich doch bitte kurz vor
Ich bin Bea, kann von vielem etwas aber nichts richtig ;), habe jedoch noch nicht mein „ein und alles“ gefunden. Zur Zeit arbeite ich hinter der Theke für’s Geld, in einer Kinderkunstschule, da es mir große Freude bereitet mit Kindern und Kunst zusammen zu arbeiten und natürlich fotografiere ich viel, experimentiere und fahre mit offenen Augen durch Hamburg um schöne Plätze zu entdecken. Zudem besuche ich viele Konzerte, da meine Leidenschaft zur Musik ähnlich groß ist, wie die zur Fotografie. Nur habe ich bei ersterem den Einstieg nie geschafft und beschlossen das bei Instrument und Kamera eines immer unter meiner Motivation leiden würde und habe mich somit auf die Fotografie beschränkt. Ich reise viel und gerne, habe weder eine Ausbildung zur Fotografie, noch ein Studium. Ich bin absolut überzeugt davon, dass Vitamin B das A und O in der Kunst ist und versuche nach dem Prinzip der Selbstständig (also „Selbst“ und „Ständig“) mein Leben durch Arbeit und Fotos zu finanzieren. Ich lebe zur Zeit in Hamburg, habe auch vor dies als meine Wahlheimat so beizubehalten und genieße dafür gern als ausgleichende Entspannung die Landluft und Natur in meinem Heimatdorf in Niedersachsen. Neben der Fotografie habe ich ein großes Interesse an der Buchbinderei und weiteren Kunstformen.

Wie hast du zur Fotografie gefunden?
Hier waren maßgeblich meine Eltern beteiligt. Sie schenkten mir vor Jahren eine günstig bei ebay geschossene Dunkelkammerausrüstung inklusive analoger Kleinbildkamera (Nikon EM, bis heute mein Begleiter). Dann belegte ich einen Jugendzentrum Kurs für Dunkelkammerentwicklungen und mein Interesse war geweckt!
Vorher hatte ich bei den vielen Reisen mit meinem Vater (der Musiker ist) zwar schon eine Kompaktkamera dabei gehabt, jedoch war es zu der Zeit noch knipsen – kein durchdachtes Fotografieren.
Danach bestärkten mich Bekannte und Stranger in dem was ich tue weiter zu machen – und das tat ich!

Wie lange fotografierst du schon und was für eine Ausrüstung verwendest du?
Ich glaube das sind mittlerweile dann 6 Jahre mit unterschiedlich intensiven Perioden. Je nachdem, was sonst in meinem Leben noch anstand. Zur Zeit bin ich seit circa einem Jahr in der intensivsten Phase, ich mache soviel, dass es keiner mehr mitbekommt, da ich viele Skizzen anfertige, Ideen entwickle, umsetze, wieder und wieder Bilder verändere – ob nun in der digitalen Bearbeitung oder in der Dunkelkammer – es wirkt also immer ruhiger um mich und meine Arbeit, als es tatsächlich ist.
Meine Ausrüstung ist eigentlich viel zu umfangreich. Da ich mich bisher noch nicht auf eine Kamera fokussieren konnte.
Für die Konzertfotografie arbeite ich mit einer digitalen Spiegelreflex Canon 400D + Blitz
Bei Shootings habe ich teils wenn Indoor eine Lichtanlage mit 3 Studioblitzen, einen Beamer für Projektionen, viel Kreativität und meist mehrere Kameras dabei. D.h. die Digitale, dann eine Polaroid 600, Clack oder Click (analoge, sehr simple uralt Kameras, eine davon im Mittelformat), meine Kleinbild analog Nikon EM und mit großer Vorliebe schwarz/weiß Filme von Ilford.
Wenn ich mit natürlichem Licht arbeiten kann, lasse ich jedoch die Blitzanlage immer weg – da mir das Licht nicht so gut gefällt.

Ist Fotografie nur ein Hobby für dich oder fotografierst du auch beruflich?
Beides, jedoch möchte ich es nicht zu strikt beruflich machen, da ich Angst habe, durch den Zwang etwas kreatives leisten zu müssen, die Lust an der Fotografie zu verlieren. Zudem mag ich den Begriff Hobby nicht so gern, es ist für mich eine Leidenschaft, der ich gerne, jedoch ohne zu großen Streß nachgehe.

Was sind deine Lieblingsmotive? Was fotografierst du am liebsten?
Natur finde ich schön, jedoch auf Dauer langweilig. Diese fotografiere ich am liebsten für mich selbst als Erinnerung an schöne Reisen.
Gerne arbeite ich mit Modellen zusammen, die von mir vor einem Hintergrund inszeniert werden.
Hierbei arbeite ich viel und gern mit Frauen im Akt/Teilakt Bereich. Nicht um Nacktheit zu zeigen, sondern um die weibliche Schönheit zu zeigen. Flie´ßende Formen, Körpergefühl. Emotionen. Persönlichkeit.
Industrial und Vintage Locations gefallen mir auch sehr gut als Hintergrund für Modellarbeiten.
Am liebsten dokumentiere ich meine Reisen und fotografiere interessante Menschen in der Öffentlichkeit. Und meine kleinen Cousinen und Cousins, da jedes Mal, beim Durchsehen der Fotos eine halbe Ewigkeit vergangen zu sein scheint.

Was macht deine Fotos aus? Verfolgst du einen bestimmten Stil?
Wie weiter oben bereits geschrieben, es gibt noch keinen festen Stil. Jedoch sehe ich Fotografie sehr als das, was es ist. Lichtmalerei. Daher arbeite ich am liebsten Outdoor, mit natürlichem Licht und der Nutzung von Licht und Schatten, sowie einer klaren Linienführung.
Gerne versuche ich ohne digitale Nachbearbeitung Lichteffekte durch selbst gebaute Filter, Stofftexturen oder ähnliches herzustellen. Low Budget Prinzip umschreibt das Ganze sehr gut.

Wo fotografierst am häufigsten? Und gibt es eine Tageszeit die du bevorzugst?
Ich bevorzuge natürliches Licht, Naturschauplätze als Hintergrund. Oder aber verlassene, gerne marode Stadtecken, architektonisch interessante Bauten, Plätze mit geometrischer Ansicht, Formspiele (zum Beispiel Torbögen), Wasser… oder verlassene Indoor Locations mit interessantem Lichteinfall. Ich fotografiere gerne Vormittags und Nachmittags, bei schrägem Sonnenstand oder in schummrigem Licht und am liebsten bei dichtem Nebel. Leider nicht alles alltägliche Situationen.

Was für Ziele verfolgst du und was sind deine Pläne für die Zukunft?
Mehr Fotos machen, immer weiter Lernen, am Ball bleiben, nicht stehen bleiben, mich entwickeln, viel sprechen mit anderen Künstlern, meine Fotografie mit Buchbindekunst und anderen Kunstformen verbinden, Zeitdokumentationen zu machen von den Menschen in meiner Umgebung und meinem Heimatdorf…. viele viele Projekte umsetzen die noch in meinem Kopf sind,…vielleicht ein wenig mehr Geld mit der Fotografie verdienen, damit ich nicht auf zu viele Nebenjobs angewiesen bin und mich mehr der Fotografie widmen kann. Und immer wieder gerne meine Bilder aufhängen, ausstellen – denn ich finde manche Fotos sollten nicht nur für einen selbst im Schuhkarton verbleiben.

Danke Tabea, möchtest du noch etwas sagen?
Aktuell versuche ich den 90%igen Absprung von digital zu analog zu schaffen. D.h. überwiegend analog zu arbeiten von Anfang bis Ende. Mit eigener Filmentwicklung, Vergrößerung und vor allem unterschiedlichen Papieren (habe da noch 3 Kisten abgelaufenes, teilweise sehr altes Papier, dass mir ein alter Herr zu meiner ersten Ausstellung geschenkt hat). Zwar habe ich dies schon gemacht, jedoch tue ich das nach meinem Empfinden viel zu wenig. Digital fasziniert mich immer weniger. Zu wenig Spannung, zu viel Sättigung, keine schöne Körnung im Bild…
Und ich möchte mich irgendwann auch mit bewegtem Bild befassen – aber kommt Zeit kommt mehr!
Auch meine Modelarbeit (ja ich stehe auf beiden Seiten der Kamera) vertiefe ich zur Zeit wieder. Dies nutze ich a) für die Bilder und b) für den künstlerischen Austausch und c) um dann selbst hinter der Kamera zu wissen wie die andere Person sich fühlt.
Ja gern würde ich noch lustige und spannende Momente erzählen, aber das lustigste was mir und meiner Kamera ständig passiert sind „fast Unfälle“ und knapp vor dem Boden wieder aufgefangene Kameras oder am nervigsten war, als ich vor 2 Jahren in Norwegen einen Film falsch eingelegt hatte und bei einer 10-stündigen Wandertour all die schönen Bilder nichts geworden sind,… leider wusste ich das erst als ich 3 Wochen später die Ergebnisse sah…

Auszug aus Tabeas Portfolio

Aus dem Portfolio von Tabea Borchardt (pixxel-blog.de)

Dieses Bild ist in meinem Wohnzimmer Studio entstanden, das Model war maßgeblich am Entstehen dieser Aufnahme beteiligt und der eingefangene Moment kommt aus dem fließenden Posieren.

Aus dem Portfolio von Tabea Borchardt (pixxel-blog.de)

Dies ist ein Selbstportrait mit Stativ und Selbstauslöser – also 10 Sekunden Posenzeit.

Aus dem Portfolio von Tabea Borchardt (pixxel-blog.de)

Das Model wurde mit einem Beamer angeleuchtet, Hintergrund sind verschneite Berge um kein rein weißes Licht zu haben, sondern auch Struktur.

Aus dem Portfolio von Tabea Borchardt (pixxel-blog.de)

Dies ist ein Bild das meine Lieblingslichtsituation zeigt. Also frühmorgens, Nebel und noch sehr schräg stehende Sonne. Auch wenn ich absolut kein Pferdenarr bin, mag ich dieses Bild atmosphärisch sehr gern.

Aus dem Portfolio von Tabea Borchardt (pixxel-blog.de)

Wie Legosteine – ein eigentlich sehr makaberes Bild, da es in Dänemark am Strand verstreute übriggebliebene Bunkeranlagen aus Kriegszeiten zeigt.

Aus dem Portfolio von Tabea Borchardt (pixxel-blog.de)

Dieses Bild kommt aus einer Serie, die Portraits mit Blumen oder Lichtsituationen kombiniert um Persönlichkeitsmerkmale darzustellen, die zu der jeweiligen Person passen.

Aus dem Portfolio von Tabea Borchardt (pixxel-blog.de)

Dies ist eine analoge Aufnahme eines Schaufenster mit Spiegelung aus London. Die Installation ist von einer Modestudentin.

Aus dem Portfolio von Tabea Borchardt (pixxel-blog.de)

Dies ist eine analoge Doppelbelichtung digital Nachbearbeitet und wieder ein Selbstportrait. Kamera war die „Click“, ausgelöst durch eine Schnur die an den Auslöser gebunden war.

Aus dem Portfolio von Tabea Borchardt (pixxel-blog.de)

Eine Treppe in der Nähe von Sacre Coeur in Paris, analog. Ich bin besonders Stolz auf die enorme Tiefe im Bild.

Aus dem Portfolio von Tabea Borchardt (pixxel-blog.de)

Ein Polaroid geschossen mit der P600 und einem Impossible Project Film.

Junge Fotografen: Tabea Borchardt, 5.0 out of 5 based on 2 ratings

In unserer Rubrik Junge Fotografen möchten wir regelmäßig jungen Menschen die Möglichkeit bieten, sich und ihre Arbeiten zu präsentieren. Gleichzeitig ist das ein Aufruf an alle Fotografen, egal ob Amateur oder schon Profi, sich bei uns zu melden! Jeder ist Willkommen!

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