PIXXEL – Der Fotografie Blog

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Im Gespräch mit Antje Egbert

Marc Wegner 9. April 2012

Regelmäßig geben wir „junge(n) Fotografen“ die Möglichkeit sich und ihre Arbeiten hier vorzustellen. Nun möchten wir auch den „alten Hasen“ eine Plattform bieten ihre Werke zu präsentieren. Gleichzeitig ist das ein Aufruf an alle Fotografen, egal ob Amateur oder schon Profi, sich bei uns zu melden! Jeder ist Willkommen!

Heute stellen wir Antje Egbert vor:

Steckbrief:

-Name: Antje Egbert-Alter: 31

-Motivation: Die Fotografie ist seit Jahren meine Art, Schönheit zu sehen, zu erkennen und umzusetzen. Der direkte Weg zu erzeugen. Ich freue mich auf die Aha-Momente eines Shootings und auf die Freude beim Betrachten der fertigen Bilder! Fotografieren macht mich glücklich, angenehm ausgepowert und zufrieden.

-Ziele: Jedes Shooting hat zum Ziel, dass ich etwas Neues lerne oder probieren kann. Grundsätzlich möchte ich weiterhin Geld verdienen indem ich fotografiere und traumhafterweise am besten nur noch so, dass das gesamte Produkt inkl. Ideenfindung und Umsetzung von mir gestaltet werden kann. Teamwork in der Fotografie ist reizvoll, wenn das Team sich ergänzt und die Fertigkeiten ein tolleres Produkt erschaffen – Ideen zu haben und diese umzusetzen ist das beste!

-Art der Fotografie: Menschenfotografie. Und in letzter Zeit ein immer größer werdendes Interesse an Interior.

-Referenzen: Werbung & Unternehmensfotografie für diverse namhafte Unternehmen und Agenturen (am bekanntesten Tchibo). Veröffentlichungen der freien und künstlerischen Arbeiten in kleineren und größeren Magazinen (zB. u-mag, encore)

-Größter Erfolg: Gewinn des APPI Junioren Cup 2003. Veröffentlichungen auf vogue.it

-Stell dich doch bitte vor?

Ich bin Antje Egbert. Lange habe ich in Hamburg gelebt und gearbeitet. Seit Kurzem lebe ich auf dem Land. Meine Fotografie hat sich schlagartig verändert und wird wieder mehr zu dem, was ich ursprünglich angedacht und geliebt habe. Mehr von eigenen Ideen geleitet. Ich bin zur Zeit umgeben von mehr Inspiration, als ich es für möglich hielt. Das weite und großzügige Stadtleben, was ich liebte (und manchmal vermisse) hat mich fotografisch zu einem Dienstleister gemacht. Jetzt bin ich wieder mehr ich. Das sich-zurückziehen hat mich wieder offen gemacht.
Ich bin ein Familienmensch. Mit Mann und Tochter habe ich es ruhig und beschaulich und herrlich in unserem 300 Jahre alten Haus. Die regelmäßigen Unterbrechungen und „Einbrüche“ in unser privates Landleben durch exotische Modelle, hektisch arbeitende Visagistinnen und Kleiderberge auf dem Sofa machen es zu einer perfekte Zeit!

-Wie hast du zur Fotografie gefunden?

Die Fotografie hatte es schwer mit mir. Meine Kindheitserinnerungen in Zusammenhang mit Fotografie sind Finger auf Linsen und Enttäuschungen darüber, dass der lang ersehnte Ausdruck nicht ansatzweise so aussieht wie das, was ich dachte zu fotografieren. In der Oberstufe hielt ich zum ersten Mal eine Spiegelreflexkamera in der Hand. Mit Begeisterung fotografierte ich und arbeitete (mit grauenhaften Erfolgen) in der Dunkelkammer. Die Idee war geboren, durch Fotografie Ideen umsetzen zu können. Noch etwas unsicher in Hinblick auf die berufliche Zukunft begann ich erst mal ein Kunst und Kunstgeschichte Studium, kümmerte mich aber schnell auch um Praktika im Medienbereich, um doch der Fotografie näher zu kommen. Während eines 6-monatigen Praktikum bei Gruner + Jahr entdeckte ich die aph (Akademie für Photographie) in Hamburg und wurde angenommen.

-Wie lange fotografierst du schon und was für eine Ausrüstung verwendest du ?

Als freie Fotografin bin ich seit meinem erfolgreichen Gesellenschabschluss 2004 tätig. Seit Anfang an fotografiere ich im Kleinbildbereich mit einer Canonausrüstung, zur Zeit nutze ich fast ausschließlich eine Canon 5d. Lieblingskamera ist die Hasselblad, die ich in der nächsten Zeit, dank eines grade erstandenen sw-Labors, wohl wieder häufiger in die Hand nehmen werde.

-Ist Fotografie nur ein Hobby für dich oder fotografierst du auch beruflich ?

Beruflich.

-Was sind deine Lieblingsmotive ? Was fotografierst du am liebsten ?

Menschen, Menschen, Menschen. Frauen. Meine Tochter. Schönheit.

-Was macht deine Fotos aus ? Verfolgst du einen bestimmten Stil ?

Ich habe schon häufiger gehört, man würde meine Bilder erkennen. Das „Portrait + Landleben“ ist sicher eine Spezialität. Ansonsten liebe ich Tageslicht. Ich lasse mich auf Neues ein, forciere aber nicht das Anwenden und Erlernen neuer Techniken und Technik. Ich versuche, die Fotografie als Fotografie zu sehen und zu belassen. Stillstand ist hingegen nicht meine Sicht.

-Wo fotografierst du am häufigsten ? Und gibt es eine Tageszeit die du bevorzugst ?

Ich bevorzuge Tageslicht generell und zur Zeit besonders spannende Licht- und Schattenspiele. Meine liebste Tageszeit ist immer die, die an der ausgewählten location Gegenlichtaufnahmen zulässt. Am liebsten fotografiere ich outdoor: auf dem Feld, im Wald, in unfertigen oder verfallenen Umgebungen oder dort, wo die Umgebung sich kontrastreich zu meinem Model und/oder dessen Kleidung zeigt.

-Was für Ziele verfolgst du und was sind deine Pläne für die Zukunft ?

Weiterhin experimentieren und mich zu entwickeln. Mehr Kunst, weniger nach Layout.

Danke Antje, möchtest du noch etwas sagen ?

Frauen sind schon immer mein allerliebstes Motiv. Im letzten Jahr wurde ich von einigen Frauen und von mir überrascht. War ich bisher der Meinung, dass meine favorisierten Modelle immer sehr zart und schlank sind, bekam ich durch einige Anfragen für Shootings die Möglichkeit, außerhalb meines „Reviers“ zu fotografieren. Und war extrem überrascht! Mehr und mehr wuchs der Wunsch, eine Serie zu fotografieren, die alle Möglichkeiten der weiblichen Körperlichkeit abbildet. Ich suche nicht nach „innerer Schönheit“ oder versuche, mit dem fotografieren vermeintlich weniger idealer Frauenkörper ein Zeichen zu setzen. Ich habe keine politischen oder moralischen Ansprüche an die Aussagen meiner Fotografie, ich erweitere grade meine Möglichkeiten, Schönheit zu zeigen – und nur das, dazu auch das darstellen und auslösen von Emotionen, ist mein Antrieb. In meinem aktuellen Projekt „the bare project“, was 2011 begann und mindestens in 2012 weiter geführt wird, schaffe ich für mich diese Möglichkeiten.


„the bare project“
(Infos zu den Bildern im Interview)


Eines meiner älteren Bilder, aufgenommen am Hamburger Elbstrand. Das Shooting war für Model und Visagistin extrem aufwändig, es gab 4 unterschiedliche Outfits und faszinierende Frisuren. Hier: Mehl! Nachwievor ein Favorit!


Ein sehr aktuelles Bild (Ende 2011). Das gesamte Shooting bot durch heftigen Nebel, ein exotisches und sehr kreatives Model und ihre eigenwillige Gardeorbe Lerneffekte ohne Ende. Dennoch spannendste Erkenntnis am Ende des Tages: ich habe eine neue Leidenschaft für das Querformat!


Mein bisher internationalstes Shooting (2012) mit Dae aus Mauritius. Ich suchte nach einer location, die zeitlos und „ortlos“ wirken wird. Der umgestürzte Baum wird wahrscheinlich nur Profis auf die richtige Spur bringen, für alle anderen Betrachter hat das Shooting (wie erwünscht) überall und nirgendwo stattfinden können.


Neue Erkenntnisse 2011: Querfomat funktioniert auch (siehe andere Bilder) und Sprungbilder sind die besten! Mein Model Jessica beherrschte ihren Körper und ihr Gesicht so sehr, dass die Auswahl aus den vielen tollen Bildern eine Qual war. Oft würde ich so gerne 10 statt nur 1 Bild auswählen können!


Tina und ich haben uns Anfang 2012 zum fotografieren getroffen. Es wehte sehr stark und das war perfekt für ihre Lockenmähne. Das Spiel mit Wind und Wetter macht viele Shootings unberechenbar und zu einem Teil unplanbar. Aber genau das liebe ich!


Ein Favorit. Das Bild berührt mich und umklammert mich. Ich hoffe darauf, es irgendwann in großer Größe präsentieren zu können.


Die Lichtsituation hier faszinierte mich unglaublich! Die Trennung von Vorder- und Hintergrund und die gleichzeitig verbindende heftige Sonneneinstrahlung machte es sehr besonders und nicht nur zu einem netten Schnappschuss. Auch bei diesem Sprungbild war die Auswahl schwer – springende Kinder sehen nämlich auch mit wildem Blick toll aus!

Etwas, an dem ich weiterarbeiten möchte: überraschende Bilder fotografieren. Gute Momente erkennen. Kinderfotografie außerhalb von Niedlichkeit.

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