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Geschichte der Fotografie – Teil IV

Lea Müller 12. Februar 2011

„You press the button, we do the rest“

Dieses Motto war das Ergebnis, einer Reihe neuer Entwicklungen in der Welt der Fotografie. In der Entwicklungsgeschichte sind wir ja noch immer im Bereich der schwarz-weiß Fotografie unterwegs. Vor allem aber auch immer noch in einer Zeit, in der es noch unglaublich umständlich, zeitaufwändig und kraftraubend war, eine Fotografie zu erstellen. Wenn wir uns die heutige Welt der Fotografie ansehen, muss da noch einiges passiert sein in der Entwicklungsgeschichte.

Hierzu gab es ab 1855 verschiedene Erfindungen. Zum Beispiel wurde der Gummidruck mit Gelatine oder der Pigmentdruck entwickelt. Dies waren auch die ersten Verfahren, mit denen eine industrielle Fertigung möglich war. 1868 wurde dann der erste farbige Pigmentdruck präsentiert. Das war natürlich ein riesen Fortschritt! Eine bunte Blumenwiese konnte nun auch als solche abgelichtet werden und nicht „nur“ als schwarz-weiße Naturaufnahme. Auch wenn ich zugeben muss, dass die schwarz-weißen Varianten natürlich auch ihren Reiz haben. Doch waren mit der Farbfotografie auf einen Schlag unzählige neue Möglichkeiten vorhanden für die Fotografen.

Sie konnten einem Bild durch die Farbe eine komplett andere Aussage verleihen. Also für mich wäre die Fotografie allein durch diese Tatsache gleich wesentlich attraktiver geworden. Wichtig für dieses ansteigende Ansehen, war auch die Erfindung von Edward Muybridge im Jahr 1869. Er erfand eine der ersten Verschlüsse, was es einige Jahre später möglich machte, bewegte Motive in Reihenaufnahmen fest zu halten. Das müssen wir uns allerdings nicht so vorstellen, wie heut zu tage. Den Knopf gedrückt halten und zack, ein Bild nach dem Anderen. Damals wurden für so eine Reihenaufnahme um die 30 Kameras benötigt, was also wieder einen enormen Aufwand beinhaltete.

1883 wurde dann das sogenannte fotografische Gewehr konstruiert. Mit diesem Apparat wurden die Reihenaufnahmen als Serie auf einer einzigen Platte festgehalten. Dieser sogenannte Chronofotograf war ausgestattet mit einer festen Platte und einem rotierendem Schlitzverschluss. Je nach gewählter Belichtungszeit konnten damit bis zu 100 Bilder in der Sekunde gemacht werden. Ende des 19. Jh. konnten die Amateurkameras, durch die Trockenverfahren, dann deutlich verkleinert werden, was die Fotografie dann durch die steigende Mobilität wesentlich attraktiver werden ließ. Nun, da die Fotografie deutlich praktischer war, stieg die Nachfrage fotografischer Produkte drastisch an. Somit konnte ein gewisser Standard für die Bedürfnisse des Verbrauchers festgelegt werden. 1888 wurde erstmals eine Rollfilm Kamera in größerem Maßstab industriell gefertigt. Die Kodak Nr. 1. Sie war klein und leicht, also Ideal für den regelmäßigen Gebrauch. Nur leider war sie mit einem Preis von 25 Dollar noch deutlich zu teuer.

Die wohl wichtigste Entwicklung neben den Handkameras ist, das sich der Rollfilm durchgesetzt hat. Die Industrialisierung war nun soweit, dass es einen Entwicklungsdienst für die Verbraucher gab. Das äußerte sich sich in der Form, dass die Kamera mit dem vollen Film als ganzes eingeschickt wurde. Dort wurde der Film im Labor bearbeitet und nach einiger Zeit, erhielt man die Kamera mit eingebautem neuem Film und entwickelten Abzügen zurück. Das klingt, mal abgesehen von der Tatsache, dass man in der Wartezeit keine Bilder machen konnte, im Vergleich zu den vorherigen Verfahren doch schon ziemlich praktisch, finde ich.

Damit hier keine Irrtümer auftreten, sei nochmal erwähnt, dass die Kodak Nr.1 nicht die 1. Handkamera war. Ihr voraus ging beispielsweise die Detektivkamera von Thomas Bolas. Die Kodak Nr.1 viel einfach deshalb mehr auf, weil sie wesentlich aggressiver vermarktet wurde. Es wurde für den Massenmarkt produziert und somit herrschte eine unglaubliche Präsens dieser Kamera.

Ein weiterer Meilenstein dieser Massenvermarktung war die Einkapselung des Rollfilms. Denn dadurch konnte man den Entwicklungsdienst umgehen und den Filmwechsel bei Tageslicht durchführen. Außerdem wurde das Filmformat noch verkleinert, was die Bildqualität deutlich steigerte.

Trotz aller Entwicklungen gab es bis zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei Automatisierung, wie z.B. Belichtungsmessung oder ähnliches. An der Stelle geht es dann im nächsten Artikel weiter. Und somit nähern wir uns immer weiter der heutigen Form unserer Kameras.

Die große Serie!

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……. | Die Geschichte der Fotografie – Teil IV

Kommentare (2)

  1. Die Geschichtsserie ist wirklich sehr informativ! Ich freue mich schon auf den nächsten Teil!!

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