PIXXEL – Der Fotografie Blog

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Geschichte der Fotografie – Teil VI

Lea Müller 15. Mai 2011

Die ersten Spiegelreflexkameras

Wie schon im letzten Teil der Geschichte der Fotografie angekündigt, will ich auf die Spiegelreflexkameras etwas genauer eingehen. Denn sie unterscheiden sich in ihrer Art grundlegend von den einfachen Kompaktkameras.
Bei Spiegelreflexkameras wir das durch das Objektiv einfallende Licht, durch einen Spiegel auf eine Mattscheibe gelenkt. Die Betrachtung des Bildes erfolgt durch ein Prisma. Das ermöglicht einen geraden Suchereinblick und dreht das seitenverkehrte Bild um. Wenn der Spiegel dann beim Betätigen des Auslösers hochklappt öffnet sich der Verschluss und das Bild wird auf den Film projiziert.
Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, den Grundgedanken einer Spiegelreflexkamera zu realisieren. Zum einen gibt es da die Twin – Lens – Reflex, also die zweiäugige Spiegelreflexkamera. Wie der Name schon sagt, hat diese 2 Objektive. Durch das untere Objektiv wird der Film belichtet. Durch das obere wird das Licht auf einen großen feststehenden Spiegel gelenkt, der wirft es auf die Mattscheibe nach oben, wo wir es dann betrachten können. Ein typisches Beispiel für eine dieser zweiäugigen Spiegelreflexkameras ist die Rolleiflex. Mit ihr können auf einem Rollfilm 12 Negative im Format 6×6 belichtet werden. Außerdem ist sie auch noch sehr robust, weil diese Kamera aus Metall gefertigt wurde. Des Weiteren kann die Rolleiflex noch eine technisch sehr hochwertige Optik aufweisen.

Neben den zweiäugigen Spiegelreflexkameras gibt es noch die einäugigen 35mm Spiegelreflexkameras. Diese war über weite Zeit die beliebteste Kamera für ambitionierte Amateurfotografen. Außerdem schaffte sie es, was nicht viele andere geschafft haben, auch häufig von Berufsfotografen als Mittel ihrer Wahl genutzt zu werden. Vor allem auf Reisen oder Ähnlichem war sie bei diesen sehr beliebt. Grund dafür ist, dass diese Art von Kamera für ihre Größe eine erstaunlich gute Qualität bietet. Ihr Vorteil ist, das man durch das Aufnahmeobjektiv, anders als bei den zweiäugigen, den Ausschnitt sieht, der am Ende auch auf dem Abzug ist. Die ersten Kameras dieser Sorte haben eine durchgehend manuelle Bedienung. Belichtungszeit und Blende müssen selbständig festgelegt werden und die Schärfe stellt sich auch nicht von alleine ein. Doch mit den Entwicklungsjahren kommen dann nach und nach einige Automatisierungen, von denen auch schon im letzten Artikel die Rede war. Die Einführung von Autofokus, Blenden- und Belichtungsautomatik, Zoomobjektiven, eingebauter Blitze, automatischer Filmtransporte und
LCD – Datenanzeigen trafen nicht immer auf sofortige Begeisterung. Engagierte Hobbyfotografen fingen an, von Entmündigung zu reden, doch komischer weise sieht man dann z.B nach der Einführung der Programmautomatik viele Kameras in den Händen genau dieser Kritiker, bei denen das Einstellrad auf „P“ steht. Ähnliches war zu beobachten nach der Einführung der Vollautomatik (sogenannte „grüne Welle“) und beim Autofokus. Ganz passend für diese Beobachtung finde ich die Aussage, die meine alte Biolehrerin immer gemacht hat. Ihr Motto war „ Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“. Die Fotografen, die regelmäßig ihre Ausrüstung nutzten, hatten sich daran gewöhnt, dass sie immer wieder aufs Neue der Herausforderung gegenüber standen, die richtigen Einstellungen vor zu nehmen und das Motiv so scharf wie möglich dar zu stellen. Als dann die Automatiken eingeführt wurden fühlten sie sich zunächst in ihrer Freiheit eingeschränkt und vertrauten diesen nicht. Doch wie sich herausstellte, wenn bequem mit gut und zuverlässig kombiniert wird, nutzen es auch diejenigen gerne, die auch sehr gut ohne auskommen würden. Außerdem bleibt letztendlich auch jedem die Möglichkeit seine eigenen Einstellungen vor zu nehmen, wenn die Automatik nicht die gewünschten Bildergebnisse liefert. Somit sollten dann alle fotografischen Bedürfnisse vollends befriedigt sein.

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