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Fototour durch Rostock

Patrice 19. Januar 2012

Das Jahr des prophezeiten Weltuntergangs ist angebrochen – wohl ein Grund mehr, dass sich die einen im Fitnesstudio quälen und dass die anderen mit einem Zittern in der Hand auf ihre Zigarettenpackung starren und dennoch widerstehen, um den guten Vorsätzen des neuen Jahres gerecht zu werden. Auch wir haben uns für das Jahr 2012 etwas vorgenommen: Und zwar regelmäßig auf Fototour zu gehen.

Unsere erste Fototour im neuen Jahr führte uns nach Rostock, der wohl bedeutesten Hansestadt in Mecklenburg-Vorpommern. Mit im Gepäck: Eine Canon 5D Mark II, eine Canon EOS 500D, ein Canon EF 28-70mm f/2.8 USM, ein Canon EF 28-105mm f/4.0 IS USM, ein Canon 70-200mm f/2.8 USM, ein Canon EF 50mm f/1.4, diverses Zubehör (Stative, Filter, Auslöser, etc.) und eine große Portion Euphorie und gute Laune.



Station 1 – Rostocker Hafen

Freitag, 15:30 Uhr: Unsere erste Station auf unserer zweitägigen Fototour war der Hafen der prächtigen Hansestadt. Doch bevor wir das Auto verlassen konnten, um unsere Ausrüstung aufzubauen, mussten wir feststellen, dass die kleine Zufahrtstraße in Wassernähe komplett überschwemmt war – wohl aufgrund der starken Regenfälle der letzten Tage. Also stiegen wir ein paar hundert Meter vor unserem eigentlichen Ziel aus und schauten uns um.
Nach geschätzen 30 Sekunden gesellten sich eine Hand voll Schwäne zu uns.

Wir bauten (immer mit Blick auf die Schwäne) unsere Ausrüstung auf und stellten uns an das Ufer (oder besser gesagt: auf die überschwemmte Straße). Ziel war es, die gegenüberliegende Stadt zu fotografieren. Wir richteten die Kameraeinstellungen auf unsere Graufilter aus, schossen Testfotos und warteten, bis der Horizont im Lichtermeer versank.

In diesem Zuge ist dieses Foto entstanden. Durch den erhöhten Meeresspiegel versank der Steg im Vordergrund im Wasser.
Diesen Eyecatcher haben wir bewusst in unser Motiv eingebaut.



Station 2 – Deutsche Med

Freitag, 18:00 Uhr: Nachdem wir den Hafen wieder verlassen haben sind wir in die Rostocker Innenstadt gefahren, um uns der Architektur-Fotografie zu widmen. An einem großen Glasgebäude „Deutsche Med“ machten wir Halt, schnappten uns unsere Ausrüstung und drehten vorab zwei Runden um das Gebäude, um interessante Perspektiven zu entdecken.

Inzwischen ist es dunkel geworden und auch ziemlich kalt. Stromleitungen, Laternen, Straßenbahnen, Autos und Fußgänger drohten unser Motiv zu zerstören. Doch das Problem der Straßenbahnen, Autos und Fußgänger lies sich relativ leicht in den Griff bekommen. Durch eine erhöhte Verschlusszeit (es war ja schon dunkel geworden) haben wir diese „störenden Faktoren“ ausradiert. Die Laternen und Stromleitungen ließen sich zum Teil in Photoshop nachträglich entfernen.





Station 3 – Schwerlastkran

Freitag, 20:00 Uhr: Um die letzte Station dieses Tages zu erreichen, fuhren wir noch einmal in Richtung Hafen. Marc hatte die Idee, einen alten Schwerlastkran digital festzuhalten. Während die Dunkelheit ihren Höhepunkt erreicht hat, hatte die gefühlte Temperatur ihren absoluten Tiefpunkt erreicht. Nichtsdestotrotz haben wir uns vom wolkenlosen Sternenhimmel beeindrucken lassen und plötzlich standen wir vor diesem großen Schwerlastkran.

Doch es stellte sich heraus, dass dieser nicht nur von Wasser, sondern auch von Gebäuden umgeben war. Diese Tatsache machte es schwierig, den Kran auf ein Foto zu bekommen.



Station 4 – Ein See in der Pampa

Samstag, 14:00 Uhr: Tag zwei unserer Fototour. Wir hatten vor, an den Strand zu fahren, um das Meer zu fotografieren und mit Graufiltern zu experimentieren. Doch auf dem Weg zum Meer fuhren wir an einem See vorbei, dessen Anblick uns faszinierte. Die Sonne stand auf der anderen Seite des Wassers und tauchte das Schilf in ein riesiges gold-gelb-braunes Pflanzenmeer. Also hielten wir an, um uns eine geeignete Stelle zum Fotografieren zu suchen. Doch dieses Vorhaben erwies sich als ziemlich schwierig, da die Wege in See- und Schilfnähe auch hier komplett unter Wasser standen. Wir versuchten über trockene Umwege in  Schilfnähe zu gelangen, doch bereits nach wenigen Minuten waren unsere Schuhe und Socken komplett nass.

Die Tatsache, dass das komplette Schuhwerk nass geworden ist, kam uns im Nachhinein betrachtet sehr entgegen. So war es nicht mehr schwer, eine geeignete Stelle zum Fotografieren zu finden. Wir stellten uns einfach ins 15 cm tiefes Wasser, bauten unsere Ausrüstungen auf und fingen an zu fotografieren.

Als wir fertig waren, und die Ausrüstung gerade wieder eingepackt haben, kamen zwei Reiter auf dem mit Wasser gefluteten Weg entlang geritten. Also packten wir unsere Kameras schnell wieder aus, um noch ein weiteres Foto mit nach Hause zu nehmen.

Ein Pferd müsste man haben… Dann wären unsere Füße bestimmt trocken geblieben. Naja, das nächste Mal 😀



Station 5 – Der Strand

Samstag, 15:30 Uhr: Wir haben unser kleines Zwischenziel hinter uns gelassen und haben uns mit total nassen Socken auf den Weg zum Strand gemacht. Auch hier mussten wir feststellen, dass das Hochwasser sein Unwesen treibt. Vom Strand war kaum etwas zu sehen. Der Wasserstand reichte fast bis zu den Dünen. Im Standkorb sitzen und die Sonne genießen? Unmöglich!

Der peitschende Wind tat sein übriges. Zwischen den nassen Socken und den nassen Schuhen machte sich nasser Strandsand breit. Es war arschkalt, aber es hat sich gelohnt.





Station 6 – Der Leuchtturm in Warnemünde

Samstag, 16:30 Uhr: Die Hände brannten. In den Fingerspitzen war absolut kein Gefühl mehr vorhanden. Umso schöner war es wieder im Auto zu sein, um langsam wieder „aufzutauen“.
Nächstes Ziel: Warnemünde! Die Dämmerung setzte langsam ein und wir mussten uns etwas beeilen, um nicht in vollständiger Dunkelheit am Ziel anzukommen. Doch wir kamen noch rechtzeitg an.

Der Weg führte uns in Warnemünde direkt zum Leuchtturm. Dieser war am Ende eines langen künstlichen Weges gelegen, der rechts und links von Wasser umgeben war. Der Weg führte direkt ins offene Meer. Die Sonne war fast hinter dem Horizont verschwunden. Die Wellen wüteten im aufgebrausten Meer und klatschten gegen die Felsen. Der Wind war hier draußen auf dem offenen Meer stärker als an irgendeiner anderen Station auf unserer Tour. Hier zahlt sich ein gutes, stabiles Stativ aus, mit festem Stand und geringer Windanfälligkeit.





Station 7 – Das Elefantenklo

Samstag, 20:00 Uhr: Nach einer mehr oder weniger kurzen Stärkung bei einer großen Fastfood-Burger-Kette mit einem goldenem M sollte es eigentlich wieder nach Hause gehen. Doch wir legten noch einen kurzen Zwischenstopp bei einem Kohlekraftwerk ein. Ein beleuchteter Kühlturm (von ca. 140 Metern Höhe) unmittelbar in der Nähe von Rostock sollte unser nächstes Motiv abgeben.

Rostocks „Aborigines“ nennen diesen Kühlturm liebevoll Elefantenklo. Doch auch wenn wir auf unserer Tour keinen Elefanten gesehen oder fotografiert haben, war unsere erste Fototour in diesem Jahr ein voller Erfolg!

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Kommentare (6)

  1. wow – sehr schöne aufnahmen.

    aber mal was anderes, ihr habt ja mal nen fuhrpark an objektiven. da geht man ja in die knie.

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    • Hey Jens . vielen Dank . Es war eine super Tour. Mal sehen wo es nächsten Monat hingeht. Zu den Ojektiven : Ja, ich gebe zu, wir sind Technik-Fetischisten 🙂

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  2. Sehr schöne Fotos.

    Die Leute von der Marine nennen den Kühlturm übrigens „Wolkenmacher“. Wenn sie den sehen, sind sie bald im Hafen.

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  3. Tolle Bilder – ich hatte nie wirklich eine Meinung über Rostock aber nachdem ich das jetzt gesehen habe, scheint sich ein Wochenende durchaus lohnenswert:-)

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