PIXXEL – Der Fotografie Blog

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Die Symbiose aus Kunst und Fotografie

Patrice 22. Februar 2012

Mitte 2007 haben JanLeonardo und Jörg Miedza das Projekt LAPP-PRO.de gegründet. Sie haben zusammen mit ihren Förderern Canon, Carl Zeiss, Cullmann und dem Lampenhersteller Led Lenser neue Techniken für das Fotografieren mit mobilem Licht in der Langzeitbelichtung entwickelt. Sie zeigen mit ihren LAPP Fotografien die vielfältigen Möglichkeiten für choreographiertes und aufgeführtes Licht. Sie erarbeiten Methoden um Lichtkunst-Choreographien mit vielseitigen Experimenten vor die Kamera zu bringen. Auf ihrer Projekt-Homepage zeigen sie ihre gemeinsamen Entwicklungen, Fotografien und das gemeinsame Engagement für die Light Art Performance Photography: www.lapp-pro.de.
Wir hatten beide zu Gast für ein umfangreiches Interview.

 

 

JanLeonardo | Der Künstler und Lichtkunstfotograf JanLeonardo kommt aus der klassischen Fotografie. Er lernte unter anderem bei dem Fotografen Stephan Meyer-Bergfeld/ Oldenburg die analoge Großformat-Landschaftsfotografie. Angetrieben durch die Leidenschaft von Licht und Dunkelheit fotografierte er die ersten Jahre (unter anderem mit Dia auf Leica R) ausschließlich Nachts. So entstanden in späteren Jahren besondere Fotografien durch Kunstlicht-Akzentuierung. Dabei wurden durch gesteuertes und arrangiertes Kunstlicht Kontraste und Schatten verschoben und neue Bildeindrücke von Altbekanntem erzeugt.
Als Spezialist für die Langzeitfotografie und Lichtkunstfotografie hat er im letzten Jahr unter anderem eine neue Portraittechnik mit seinen Förderern Canon, Carl Zeiss, Manfrotto, Novoflex und Led Lenser entwickelt. Für den High Performance Lampenhersteller Led Lenser hat er das „Led Lenser-Competence Center“ konzipiert und steht als Ansprechpartner für Fotografen aus der Lichtkunstszene zur Verfügung. Er ist Fach- sowie Buchautor und Workshop Referent für die Lichtkunstfotografie und hat gerade sehr erfolgreich seine Ausstellung „Night Views“ in der Münchner Galerie ArtRoom 9 abgeschlossen.
www.lightart-photography.de

 

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Jörg Miedza | Der Autodidakt und kreative Kopf Jörg Miedza arbeitet als Künstler und Lichtkunstfotograf neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als Produktmanager im Zahlungsverkehr.
Die Verarbeitung von Bewegt- und Standbildern ist seit der analogen Zeit sein Metier um sich kreativ auszudrücken. Eine unbändige Vorstellungskraft, gepaart mit großem Wissensdurst und dem Mut zu Experimenten haben ihm immer wieder aufregende Perspektiven ans Licht gebracht. Als Mitbegründer des Lichtkunstprojekts LAPP-Pro.de, sowie als der Buchautor und Workshop-Referent hat er seit 2007 seine Schwerpunkte auf den Bereich Langzeitfotografie und Lichtkunst verlagert. Auf der Basis und den Erfahrungen der gemeinsamen Projektzeit von LAPP-Pro.de hat er Mitte 2011 sein eigenes Projekt Miedza-Lightart / www.miedza.de gegründet. Schwerpunkte in diesem Projekt sind weiterhin Lichtkunst und Langzeitbelichtung, deren Ergebnisse er gemeinsam mit seinen Förderern LedLenser, Canon, Zeiss und Cullmann präsentiert.

 

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Das Interview mit…

– JanLeonardo (www.lightart-photography.de)

– Jörg Miedza (www.miedza.de)

– Projekt LAPP-Pro (www.lapp-pro.de)

 

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Light Art Performance Photography.. Allein schon der Name klingt aufregend. JanLeonardo, wie bist du auf die Idee des „extremen Lichtspiels“ gekommen?

JL | Als ich am 01. Juni 2007 in der Dunkelheit mit Kamera, Stativ und ein paar Lampen in einem alten und gruseligem Speicher verschwand, konnte ich noch nicht ahnen, dass ich dort die ganze Nacht verbringen würde. Da ein Sicherheitsmann nicht damit rechnete, dass sich jemand freiwillig in diesem alten Speicher rumtrieb, schloss er mich versehentlich ein. Aus Langeweile begann ich mit ein paar Led Lenser Flächenlampen rumzuspielen. Diese hatte ich eigentlich zum Hinterleuchten von Stahlträgern mitgenommen. Beim Umstellen einer Lampe hinterließ ich während einer Belichtung auf dem Sensor eine breite weiße Lichtfahne. Ich schaute mir das Ergebnis an und war total fasziniert davon. Bilder poppten in meinem Kopf auf und unteranderem hatte ich in dieser Nacht die für einen Lightmann-Anzug (Lichterketten die auf der Silhouette eines Arbeitskombis angebracht waren), den ich heute noch verwende.
Kurzum in dieser Nacht hatte ich die Idee Kunst, Performance und Fotografie zu vereinen. Meine langjährigen Erfahrungen aus der Nachtfotografie und meine rege Fantasie halfen mir dabei sehr.

 

Über Nach eingesperrt! Gruselig 🙂
Jörg, wie sahen die Anfänge bei dir aus? War dir die Idee des Lightpaintings schon vorher bekannt?

JM | Na klar, die Idee des Lightpaintings ist mir seit langem bekannt. Schon Picasso spielte mit Licht vor der Kamera. Doch was Jan da im Sommer 2007 mit ins Büro brachte war viel verblüffender. Im Zeitalter der digitalen Fotografie ist diese Art der Bildgestaltung viel direkter und intensiver, nicht zuletzt durch die kurzen Wartezeiten zwischen Foto und Ergebnis. Wir haben damals in der gleichen Firma gearbeitet, sodass wir uns täglich sehen konnten um seine Werke der letzten Nacht zu bestaunen. Auf der Basis digitalem Lichts (einer LedLenser V24 Flächenlampe) hatte er wundersame Spuren und Figuren in Langzeitbelichtungen, die ich bis dahin nur von ihm kannte, auf den Sensor der DSLR eingearbeitet. Er zeigte mir ein paar Wochen hintereinander nicht nur seine immer dunkler werdenden Augenringe, sondern vorrangig seine nächtlichen Lichtkunst-Ergebnisse. Beim gemeinsamen Betrachten kamen uns schnell viele gemeinsame Ideen für komplexe Inszenierungen. Durch die Entscheidung gemeinsam in die Nacht zu ziehen, konnten wir technisch und performanceseitig schnell einen neuen Level erreichen. Die Ideengebung der Motive wurde intensiv und fein untereinader abgestimmt, die Ergebnisse wurden zielgerichteter und besser. Zu zweit flossen nicht nur die Ideen für Performances schneller, sondern deren technische Umsetzung wurde immer komplexer. Meine Mitwirkung hat neben den kreativen künstlerischen Beiträgen ebenfalls rein organisatorische Dinge, Webseitengestaltung und internationale Kommunikation betroffen. Auf dieser Basis konnten wir der Welt unsere LAPP-Arbeiten präsentieren.

 

Apropos „Arbeiten präsentieren“ – Welche Ziele habt ihr mit LAPP-PRO verfolgt?

JM & JL | Anfangs hatten wir viele verrückte Ideen, die wir unbedingt ausprobieren wollten. Dann merkten wir schnell, dass wir durch die eingebrachten Teile Performance und Choreographie in unsere Langzeitbelichtungen etwas völlig neues geschaffen hatten. Immer verrücktere und spektakulärere Fotos entstanden und wir fingen an, unsere Light Art Performance Photography (LAPP) Technik auf Fotografie Plattformen wie flickr.com, fotocommunity.de und photo.net zu präsentieren. Eine eigene Homepage folgte bald darauf. Unsere Fotografien landeten nach wenigen Monaten in den richtigen Blogs und verselbständigten sich daraufhin rund um die Welt. Dann kamen Sponsoren dazu, wir bekamen Aufträge z.B. von Nike, Diesel und Anfragen von der internationalen Presse. Neben der internationalen Aufmerksamkeit und der Präsentation der Ergebnisse in den elektronischen Medien gab es immer eine Maxime, deren Erfolg uns durch das umfangreiche Feedback der Fans unterstrichen wurde. Wir wollten Andere mit der LAPP-Idee anstecken und raus in die Nacht schicken.

 

Glaubt ihr, dass das gut geklappt hat?

JM & JL | Wir glauben, dass hat bis heute ganz gut funktioniert.

 

Doch werden wir mal etwas konkreter: Warum gerade dieses außergewöhnliche Lichtspiel und keine Landschafts- oder Tierfotografie? Welche künstlerischen Ansprüche verfolgt ihr?

JL | Im Grunde genommen fotografiere ich schon seit Beginn ausschließlich nachts und Landschaften habe ich eigentlich auch schon immer fotografiert, nur eben in der Dunkelheit mit Langzeitbelichtungen. Bereits ein Jahr bevor ich eingeschlossen worden war, begann ich mit großen Strahlern, Landschaften und Architektur mit Licht zu akzentuieren und dadurch neue Kontraste einzubringen. Ich würde sagen, Lichtmalerei in einem frühen Stadium, nur eben noch sehr einfach. 2006 waren die Lampen noch nicht so weit entwickelt und die Led diente noch dazu, in einer Schlüssellampe ihren Dienst zu tun. Vieles änderte sich mit der fortschrittlichen Led Technik und mit dem High Performance Lampenhersteller Led Lenser.

JM | Ja das stimmt! Für mich war LAPP zunächst wie ein weißes Blatt Papier oder eine große leere Tafel. Ich konnte jetzt alles Mögliche auf den Sensor zeichnen und in eine vorhandene Szenerie aus Raum und/oder Landschaft einarbeiten. Schnell wurde mir aber klar, dass eine reine Spielerei diesen Aufwand den wir beide technisch und räumlich bewältigen mussten, hierfür nicht in Frage kam. Jan hat aus früheren Arbeiten eine Art Qualitiätsstrategie mitgebracht, die ich schnell und gerne übernommen habe. So ist Qualität sicher einer der Ansprüche die wir in LAPP hatten und die wir heute auch noch in den jeweils eigenen Projekten haben. Aber auch Ideenvielfalt ist eine wichtige Säule was den Anspruch betrifft. Es ging uns darum, den Leuten etwas zu zeigen, was so dargestellt niemand sehen konnte, aber dennoch jeder interpretieren konnte. Die Bilder erzählen eine Geschichte und das war uns wichtig.

 

Das jedes eurer Bilder eine Geschichte erzählt, wird wirklich mehr als deutlich. Doch schaut man sich eure Fotos genauer an wird klar, dass ihr nicht nur ein Konzept habt, sondern dass ihr auch jede Menge Vorbereitung braucht. Wie viel Zeit vergeht von der Idee bis zum fertigen Foto? Wie geht ihr vor?

JM | Ja, das sind oft Wochen und zum Teil auch Monate. LAPP ist keine Studiofotografie. Stell dir vor, du willst eine Szenerie im kalten Februar, mit Schnee und Vollmond als Bühne benutzen, um ein Ufo landen zu lassen. Das kann durch einen warmen Februar oder einen wolkenbedeckten Himmel schnell um ein weiteres Jahr nach hinten geschoben werden. Aber nicht alle Motive sind so stark den Launen der Natur und Zeit unterworfen. Indoor-Locations sind da weit dankbarer. Es geht ja auch nicht allein um eine Szenerie, in der eine Geschichte dargestellt werden soll; es geht um die Geschichte und deren Elemente. Hier ist viel Zeit versteckt. Wir sind eigentlich immer mit Ideenbüchern und Skizzen unterwegs. Hierfür habe ich aus meinem Beruf das strukturierte Arbeiten und Dokumentieren von Ideen mitgebracht. Das funktioniert prima und gibt einen gewissen Rahmen vor, in dem Du Dich orientieren kannst. Nicht selten aber sind Teile der LAPP auf der Basis von bereits gemachten Erfahrungen aufgebaut. Hier brauchst Du im Zweifel eine Skizze und/oder einen Hinweis auf die Machart des Elements auf die Du zurückgreifen kannst.

 

Jörg erwähnte, dass Teile der LAPP auf bereits gemachte Erfahrungen aufgebaut ist. Jan, wie sieht es aus: Entwickelt sich dann nach einiger Zeit eine gewisse Routine oder ist trotzdem jedes neue Motiv eine komplett neue Herausforderung?

JL | Früher haben wir an Light-Tools und an Effekte gedacht, die wir dann in eine Fotografie eingebaut haben. Heute denke ich weiter: Ich denke Licht. Im Grunde mache ich Lichtkonzepte für jede Location, das beinhaltet die Ausleuchtung, Akzentuierung oder Illumination der Location, einen Lichtkörper der möglichst in eine Geschichte eingebunden. Alles zusammen ergibt dann eine Lichtgeschichte in der ein Betrachter herumgeführt wird. Natürlich hat das auch etwas mit Perspektive und Bildgestaltung sowie Standortwahl zu tun. Die Gegebenheiten der Location zusammen mit einem Bild das vor dem geistigen Auge entsteht führen zu Entscheidungen und zu Ideen, die dann in Licht umgesetzt werden. Vielleicht kann ich so den Prozess beschreiben, natürlich lebt das alles von den Erfahrungen und vielen Versuchen und Fehlern die ich gemacht habe.

 

Und wie sieht es bei dir aus Jörg?

JM | Ich kann für meine Arbeit sagen, dass ein Großteil der technischen Aufgaben aus Bausteinen zusammengesetzt wird. Wenn Du aber jedes Mal nur die vorhandenen Bausteine benutzt um Deine Fotos zumachen, kommt schnell Gleiches als Ergebnis heraus. Es ist eine gewisse Routine, gerade im technischen Bereich der Fotografie und des Lichts. Es sind oft gute Erfahrungen, die gerne wieder verwendet werden und eine Basis für gutes Gelingen bei der Fotografie in der Dunkelheit sind. Aber aus der Routine heraus entwickelst Du keine verrückten Geschichten. Wenn doch, dann geh besser zum Arzt 🙂 Es gibt für mich diese besonders kreativen Momente, das ist kein Dauerzustand. In denen geht es eben manchmal mit Dir durch und wenn Du dann die Basis zu technischen Umsetzung zur Hand hast um verrückte Ideen mit der Realität zu verbinden, dann kannst Du auch anfangen.

 

Wenn wir gerade schon mal von der Umsetzung sprechen: War es wichtig, als eingespieltes Team zu arbeiten, oder hätte man einen von euch durch einen anderen Fotografen mit dem richtigen Know-How problemlos ersetzen können?

JM | Ich habe Jan im Jahr 2007 ja hauptsächlich als Fotografen und als startenden Lichtkünstler kennen gelernt. Wenn ich da als zweiter Fotograf mit ans Set gekommen wäre, hätte Ihm das nichts gebracht. Ich finde auch, dass viele Fotografen zu oft diesen Ego-Effekt haben. Was dieser neuen Lichtkunstidee fehlte war Kreativität, Mut und der gemeinsame Wille zur Umsetzung. Wir haben uns als Künstler getroffen und Jan hat hier mit sehr viel Antrieb Neues gebracht. Künstler arbeiten weit öfter in Teams zusammen als Fotografen. Ein Fotograf in sich ist ja oft schon eine vollendete Einheit. Der braucht oft niemanden zusätzlich. Überspitzt gesagt, ein/e Mann/Frau, ein Auslöser, eine RAW-Datei. Ein Motiv und deren Umsetzung, vor allen Dingen, wenn es denn nicht als statisches Element bereits sichtbar ist, sondern erst vor der Kamera in Licht zusammengetragen werden muss, sind da weit komplexer. Jan und ich haben uns als Künstler getroffen. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass ein dritter, ein Fotograf, der nach unseren Vorgaben rein die Kamera bedient hätte, uns als Lichtkünstler zeitlich noch schneller zum Ziel und in den dargestellten Motiven umfangreicher gemacht hätte.

 

In den letzten Jahren habt ihr mit eurer Fotografie viele Erfolge erlebt. Die Auszeichnung mit dem „Deutschen Preis für Wissenschaftsfotografie“ ist nur ein Beispiel. Seid ihr stolz auf das, was ihr geschaffen habt, oder würdet ihr das nächste Mal einiges anders machen?

JL & JM | Es klingt vielleicht überheblich, aber wir glauben, wir haben vieles richtig gemacht. Natürlich sind wir stolz darauf was wir geschaffen haben. Wir konnten durch unsere Ideen, Fantasien und Spinnereien schon viele Reisen unternehmen, waren in China, Thailand, England, Schweiz, Spanien und anderen Ländern. Wir haben uns von einem reinen Auslösehelfer unserer Kameras zu Lichtkunstfotgrafen und Künstler weiter entwickeln können und Jan kann heute von seiner Kunst bereits leben.

 

Künstler und Fotografen – ein gutes Stichwort! Jan, würdest du dich eher als Fotografen oder mehr als Fotokünstler bezeichnen?

JL | Diese Frage wurde uns schon sehr häufig gestellt, auch ob es eine Rollenverteilung bei uns gab. Grundsätzlich gab es diese nicht, wir haben beide unsere Erfahrungen eingebracht und damit gemeinsam die Entwicklung ermöglicht. Wir haben schon 2008 den Begriff des Lichtkunstfotografen geschaffen und damit eine Rollenzuteilung abgeschafft. Das schöne ist, dass man sowohl hinter als auch vor der Kamera arbeiten kann, weil die Kamera auf einem Stativ steht und mit einem Fernauslöser ausgelöst wird, niemand ist gezwungen hinter der Kamera den Fotografen zu spielen. Nur in der Langzeitbelichtungsfotografie ist der Fotograf in der Lage in den Fotografie Vorgang einzugreifen, dass macht die Lichtkunstfotografie so besonders und außergewöhnlich.

 

Lichtkunstfotograf – eine Mischung quasi 🙂 Jörg, zählst du dich auch dazu, oder bevorzugst du mehr die Bezeichnung „Fotograf“?

JM | Nein, ich fühle mich mehr als Lichtkunstfotograf bzw. Fotokünstler denn als reiner Fotograf. Die Performanceaktivitäten vor der Kamera sind zentral und wichtig und haben erst mal weniger etwas mit der Fotografie zu tun. Allerdings ist die Summe des Lichts aus der Performance nur auf der Zeitachse einer DSLR am Ende sichtbar und die muss bei diesem Aufwand für das Foto optimal bedient werden. Wir gehen da aber anders mit der Technik um. Ich muss oft feststellen, dass wir Dinge mit Kameras anstellen, was Fotografen erst mal abschreckt.
Fotografie ist für mein Verständnis ein weites Feld, in dem ich nicht den Anspruch hege, überall ein Fachmann zu sein. Ich kann bestimmt manchem etwas in der Dunkelheit vormachen, aber als Fotograf im Tageslicht bin ich Durchschnitt. Wenn ich mir 1.000 Bilder auf Flickr anschaue, dann sind 995 davon tagsüber gemacht und der geringste Teil in der Nacht. In den Tagesaufnahmen würde ich in der Menge untergehen.

 

Und bei den Nachtaufnahmen?

JM| Ja, das wollte ich gerade sagen: Nimmst Du die paar Nachtbilder, würdest Du mich finden.

 

Verzeihung fürs Unterbrechen!

JM | Keine Ursache!

 

Jetzt mal was ganz anderes: Warum existiert euer Projekt nicht mehr?

JL & JM | Jörg steht mit beiden Beinen in seinem gelernten Beruf und nutzt die Lichtkunst für sich als kreativen Ausgleich zum Beruf und Familie. Jan verdient jetzt sein Geld mit der Lichtkunstfotografie im Hauptberuf. Wir haben uns, was den persönlichen Zeitaufwand für dieses Thema betrifft in verschiedene Richtungen entwickelt. Evolution ist kein linearer Prozess, er ist dynamisch und nicht immer einfach. Wir sind aber beide weiter in der Lichtkunst und in der Nacht aktiv.

 

Plant ihr neben euren nächtlichen Lichtkunstaktivitäten nich weitere gemeinsame Projekte für die Zukunft?

JL | Warum sollen wir etwas ausschließen, dass viele Jahre hervorragend funktioniert hat? Vielleicht ist es wie mit einem jungen Mann der für ein paar Jahre ins Ausland geht danach vielen Ideen und Eindrücken erweitert heimkehrt … wer weiß?

JM | Die gemeinsamen Projekte der Vergangenheit bringen auch ein gemeinsames Auftreten in der Zukunft mit sich. Das werden wir immer gerne machen, sonst wäre dieses Interview ja auch sehr kurz oder wenigstens einseitig. Grundsätzlich akquiriert jetzt aber jeder seine eigenen Aktivitäten. Da der Markt für Lichtkunst zum Glück auch noch nicht ganz so groß ist, werden wir immer wieder gemeinsame Schnittpunkte haben. Wie heißt es doch: “Aus Gutem entsteht Neues…“

 

Unsere Zeit neigt sich so langsam dem Ende. Möchtet Ihr noch etwas loswerden?

 JL | Für Einsteiger und Interessierte der Lichtkunstfotografie werden Workshops z.B. bei Sigma oder der Fotoschule München angeboten. Vielleicht lernen wir uns dort ja einmal kennen. Mehr Informationen findet Ihr hier:

http://www.sigma-foto.de/fotowelt/workshops-events/workshop-uebersicht/lichtkunst-ii.html
http://pixel-manufaktur-muenchen.de/kursMini/kursDetails.php?kkat=11&kurs=66

JM | Wenn Ihr Euch von unseren Werken aus der LAPP-Ära abseits eines Monitors inspirieren lassen wollt, dann schaut Euch unser Buch an.

– auf Deutsch: http://dpunkt.de/buecher/3457.html
– auf Englisch: http://rockynook.com/book/193/painting-with-light.html

 

Ach, dieses Buch habe ich auch zuhause! Eindrucksvolle Bilder und interessante Interviews! Absolut empfehlenwert. Vielen Dank Für das Interview!

JL & JM | Gern geschehen 🙂

 

 

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