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Die inspirierende Geschichte von World Press Photo-Gewinner Daniel Rodrigues

Admin 16. März 2013

Daniel Rodrigues ist ein 26-jähriger freiberuflicher Fotograf aus Porto (Portugal), der aufgrund seiner Arbeitslosigkeit Ende letzten Jahres gezwungen war, sein Foto-Equipment zu verkaufen, um seine Rechnungen begleichen zu können. Vor einem Monat wurde sein Foto „Fußball in Guinea-Bissau“ mit dem World Press Photo Award 2013 in der Kategorie Daily Life (dt.: Alltag) ausgezeichnet. Daniel schoss das Foto im März 2012 während seiner Zeit in der portugiesischen Kolonie Guinea-Bissau, wo er an einer humanitären Mission teilnahm.

„Guinea-Bissau ist das ärmste Land der Welt und sie haben weder Elektrizität noch fließend Wasser, aber die Menschen sind glücklich. Es sind einfache Menschen“, so der Portugiese in einem Interview, das er dem portugiesischen Magazin PDV gab. „Wenn wir hier (in Portugal) kein Handy haben, sind wir traurig, aber in Guinea ist alles was sie brauchen, ein Fußball„. Diese Einfachheit spiegelt auch das Siegerfoto wider, welches eine Gruppe Fußball spielender Kinder auf einem Sandplatz inmitten des Dorfes Dolumbi zeigt.

Über das Bild sagt er: „Ich habe angefangen mit den Kindern zu spielen und hatte meine Kamera in der Hand. So entstand das Foto. Die Sonne ging gerade unter und es war nur noch wenig Licht vorhanden, aber die Atmosphäre war cool. Also passte ich schnell die Kamera-Einstellungen an und schoss das Foto“, so Daniel, der sich zu der Reise nach Guinea-Bissau entschloss, weil „es schon immer ein persönliches Ziel gewesen war, an einer Mission dieser Art teilzunehmen“. In dem Interview erklärt er außerdem, wie der Preis sein Leben veränderte: „Ich war arbeitslos aber das hier hat mir viele Türen eröffnet. Außerdem muss ich jetzt nicht mehr mein gesamtes Equipment verkaufen.“

"Fußball in Guinea-Bissau" (Foto: Daniel Rodrigues / worldpressphoto.org)

„Fußball in Guinea-Bissau“ (Foto: Daniel Rodrigues / worldpressphoto.org)

Daniel hatte vor zwei Jahren (2010) seinen Abschluss am portugiesischen Institut für Fotografie gemacht und hatte anschließend ein Praktikum bei der Zeitung Correio da Manhã absolviert sowie einen Freelancer-Job bei der Agentur Global Imagens gehabt. Da die Suche nach einem richtigen Job sich schwieriger gestaltete als gedacht, entschied er sich dazu, nach Guinea-Bissau zu reisen. Nach seiner Rückkehr im Oktober 2012 verlor er im Zuge von Einsparungsmaßnahmen seinen Job bei Global Imagens und war bald nicht mehr in der Lage seine Rechnungen zu begleichen. Daniel sah sich daher gezwungen, seine gesamte Foto-Ausrüstung (eine DSLR, drei Objektive, ein Stativ, ein Blitzlicht und ein Rucksack) zu verkaufen, um seinen Rechnungen begleichen zu können.

Das Blatt wendete sich am 15. Februar dieses Jahres zugunsten Daniels, als die unabhängige Jury der World Press Photo Organisation, deren Anliegen es seit 1955 ist, die Arbeit professioneller Fotojournalisten und Bildredakteure zu unterstützen, in Amsterdam die World Press Photos 2013 auszeichnete. Daniel Rodrigues‘ Foto „Fußball in Guinea-Bissau“ gewann den ersten Preis in der Kategorie „Alltag“. Nach Bekanntgabe der Awards wurden Firmen wie Canon und die portugiesiche Bank Banco Espírito Santo auf den jungen Fotografen aufmerksam und schenkten ihm eine neue Ausrüstung. Er besitzt nun eine Canon 5D Mark III, drei Objektive, ein Blitzlicht und eine größere Fototasche.

Der New York Times erzählte der Fotograf in einem weiteren Interview, dass er im April wieder nach Guinea Bissau reisen werde, um den Kindern zu danken und ihnen das Foto anzubieten, da „der Preis auch ihnen gehört“. Daniels Traum ist es, als Fotograf für eine internationale Nachrichtenagentur zu arbeiten – am liebsten in Afrika. Wir wünschen ihm viel Glück dabei!

Die Website von Daniel Rodrigues findet ihr unter http://danirodriguesphoto.blogspot.comDie inspirierende Geschichte von World Press Photo-Gewinner Daniel Rodrigues, 4.5 out of 5 based on 2 ratings

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