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Die Geschichte der Fotografie – Teil III

Lea Müller 17. Januar 2011

Die unendliche Geschichte der Belichtungszeit

Im letzten Bericht über die Entwicklung der Fotografie waren wir bei der Daguerreotypie stehen geblieben. Damals war es wie gesagt eine echte Revolution. Daguerre hat seinen Erfolg damals bestimmt richtig genossen. Immerhin hat er die meisterhafte Erfindung alleine vollbracht. Doch er konnte sich wahrlich nicht lange auf seinem Erfolg ausruhen.
1839, also noch im selben Jahr, brachte die Firma Voigtländer, welche vorher für die Produktion von Operngläsern bekannt war, das erste analytisch berechnete Objektiv hervor. Mithilfe dieser Linse wurde die Belichtungszeit nochmals dramatisch gesenkt. Somit hatte Daguerres Einfall im Bezug auf die Belichtungszeit keinerlei Bedeutung mehr.

Der Nächste, der sich dann mit einem fotografischem Verfahren mit lichtempfindlichem Papier beschäftigte, war seit 1834 William Henry Fox Talbot. Ihm gelang es 1840 das erste Negativverfahren vorzustellen. Dieses bezeichnete er als Kalotypie, allgemein war es aber auch als Talbotypie bekannt. Die Belichtungszeit konnte Talbot mit seinem Papiernegativ nicht drastisch senken, jedoch war es mit diesem Verfahren schon möglich dieses Negativ beliebig oft zu reproduzieren.
Zur damaligen Zeit gab es einige weitere konkurrierende Verfahren, zum Beispiel von Hippolyte Bayard, der ebenfalls ein Direktpositiv-Verfahren entwickelte.
Diese Konkurrenz der Wissenschaftler war gut für die Entwicklung und spornte sie noch zusätzlich an, sodass ihr Tatendrang sich verstärkte.
Somit arbeiteten nach 1839 unzählige Forsche und Wissenschaftler an einer Verbesserung der Technik. Es entstanden verbesserte Linsen, lichtstarke Objektive (Lichtstärke bis 3,7) und es wurden weitere lichtempfindliche Silbersalze entdeckt. Selbstverständlich wurde auch die Belichtungszeit weiter verkürzt.
Bereits durch ein bestimmtes Aluminiumverfahren konnte die Belichtungszeit auf ca. 20 sek. verkürzt werden. Wenn man sich das einmal genauer durch den Kopf gehen lässt wird deutlich, dass es somit erstmals möglich war lebende Objekte in entsprechender Qualität abzubilden.
Doch damit nicht genug. Die Kollodium – Nassplatte legte noch einen drauf und verkürzte das Verfahren der Belichtung noch weiter. Sodass die Belichtungszeit nun nur noch wenige Sekunden dauerte.
Doch wenn ich hier nur gutes vorschwärmen würde, würde ich nur die halbe Wahrheit erzählen. Natürlich war dieses Verfahren noch nicht perfekt und natürlich gab es zahlreiche Nachteile, die es mit sich brachte. Die Fotografen waren unter anderem extrem in ihrer Mobilität eingeschränkt. Die Kollodium – Nassplatte musste immer vor Ort vorbereitet und sofort entwickelt werden. Das war wirklich sehr aufwendig. Stellt euch doch mal vor ihr wollt mal eben ein Familienfoto machen und müsst vorher erst einmal eine Platte mit diversen Chemikalien tränken, hoffen das bei diesem einen Bild alle die Augen auf haben und wirklich jeder lächelt und sie dann auch noch vor Ort aufwendig entwickeln. Also wenn ich ehrlich bin, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich damals nicht gut Freund mit der Fotografie gewesen wäre. Erstmal hätte ich das Foto mit meinem nicht vorhandenem Wissen, über die entsprechenden Chemikalien wahrscheinlich hoffnungslos zerstört und spätestens nach den Vorbereitungen wäre ich wohl mit meiner Geduld am Ende gewesen. Und wenn ich dann erst an die Schwere Ausrüstung denke. Ein Reisefotograf musste immer ein Dunkelkammerzelt mit sich führen, wegen des nassen Kollodium Verfahrens. Selbst dann war ihm nicht mal eine originalgetreue Abbildung möglich, weil die unterschiedlichen Fotoschichten hauptsächlich für Blau sensibilisiert waren. Also war das Ergebnis keineswegs tonwertrichtig. Außerdem waren Bildfolgen und Reihenaufnahmen aufgrund der großformatigen Fotoplatten vollkommen unmöglich.
Doch zum Glück für uns alle ging die Entwicklung ja weiter.

Doch dazu erzähl ich euch im nächsten Teil mehr.

Eure Lea!

Die große Serie!

_____

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……. | Die Geschichte der Fotografie – Teil II

……. | Die Geschichte der Fotografie – Teil III

……. | Die Geschichte der Fotografie – Teil IV

……. | Die Geschichte der Fotografie – Teil IV

Kommentare (2)

  1. Hallo, bin heute auf deinen Blog gestoßen und bei den Geschichtsteilen hängen geblieben. Macht Spaß und ist echt aufschlussreich die zu lesen. Weiter so 🙂 Freu mich auf Teil 4.

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  2. Hi! Hab dein Kommentar eben erst gelesen;) Schön wenn dir die Texte gefallen! Teil vier erscheint demnächst:) Ist wirklich eine spannende Sache, wie sich alles so entwickelt hat, das finde ich auch 🙂

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