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Das kreative 50mm

Gastautor 3. Dezember 2010

von Felix Schilling

Die meisten Leute, die sich zum ersten Mal eine Spiegelreflexkamera zulegen wollen gehen einfach in ein Elektronikgeschäft und lassen sich beraten. Ob sie dann immer das für sie optimale Kameramodell erhalten sei dahin gestellt. Doch ich gehe einfach mal davon aus, dass nur das normale Kitobjektiv, welches vom leichten Weitwinkel bis in den Normalbrennweitenbereich geht.
Mit diesem Zoom lässt sich doch schon einiges anstellen und schöne Bilder machen. Wenn der frisch gebackene Hobbyfotograf dann mal in einem Fotografie-Forum nachfragt, was man sich so als Zweitobjektiv anschaffen könnte, wird er meist erschlagen von Vorschlägen und unterschiedlichen Meinungen.

Doch in einem sind sich alle relativ einig: Um eine andere Sichtweise auf die Dinge zu bekommen, wird ein sogenanntes Normalobjektiv empfohlen. Gemeint ist hiermit das 50mm Objektiv. Dieses wurde früher zu frühen analogen Zeiten als Kitobjektiv mit der Kamera verkauft. Das hatte den Grund, dass 50mm am besten auf den menschlichen Seheindruck passen und so für uns vertraut wirken.
Moment mal 50mm? Das ist ja dann gar kein Zoom! Gut erkannt, es ist eine Festbrennweite, die genau auf nur eine Brennweite gerechnet ist. Durch diese Spezialisierung ist es möglich zu relativ moderaten Preisen hochklassige Bildqualität zu garantieren.
Ein weiterer Vorteil ist die große Lichtstärke. Im Gegensatz zu Zoom Objektiven lassen die meisten Festbrennweiten mehr Licht auf den Sensor, was es erlaubt in dunkleren Umgebungen ohne Blitz zu arbeiten und den sehr beliebten Effekt des Freistellens eines Objekts vom Hintergrund ermöglicht.

Hier ein kleines Beispiel:

Man sieht sehr gut, wie sich der Vogel vom Hintergrund abhebt, das macht die relativ große Blende von 2,8 (Merke: Kleine Blendenzahlen = Große Blendenöffnung) und die Brennweite von 50mm aus.

Erhältlich sind solche Objektive eigentlich von jedem Hersteller und in der lichtschwächsten Variante (häufig 1:1,8) für um die 100€, was für die gebotene Leistung ein Schnäppchen ist. Natürlich geht es auch teurer und somit meist besser. Vorteile der teureren Objektive sind hauptsächliche höhere Lichtstärke, schnellerer Autofokus und bessere Verarbeitung. Nicht aber rapide bessere Bildqualität.

Dies ist bei vielen Festbrennweiten mit mehreren Versionen zu beobachten, teuer bedeutet nicht immer besser.

In der Überschrift war etwas von Kreativität zu lesen. Genau, Festbrennweiten fördern die Kreativität, denn man muss umdenken um das gewünschte Bild zu erhalten. Man kann nicht einfach durch den Sucher schauen und sich den gewünschten Bildausschnitt zurecht“zoomen“. Es liegt am Fotografen durch „Turnschuhzoom“ den richtigen Blickwinkel zu erreichen.

So lernt man mit der Perspektive und den Beschränkten Möglichkeiten zurecht zu kommen. Wird man dadurch ein besserer Fotograf? Ja mit Sicherheit, aber erwartet keine Wunder. Am besten lernen tut man immer noch durch viel Übung und damit meine ich sehr viel Übung.

Dazu fällt mir nur noch ein, dass ich auf der Photokina mit Joe Mcnally sprach und ihn nach seinem Geheimnis fragte. Er sagte nur „Practise!“

Wenn ihr wollt könnt ihr mich ja mal auf meinem Blog besuchen: www.picturesun.wordpress.com

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Kommentare (4)

  1. Pingback: Gastbeitrag von mir auf dem Pixxel-Blog | PictureSun

  2. Ein ganz entscheidender Punkt wurde übesehen, 50mm an einer Crop Kamera sind eben nicht mehr 50mm sondern 75mm oder 80mm. Deshalb gibt es 35mm Objektive um den Standardwert 50mm zu erreichen.

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  3. auch ich finde das 50mm objektiv einfach toll! 1.4 hat mich oft sehr gluecklich gemacht, die fotos haben das gewisse etwas, wenn man zusaetzlich eine gute perspektive finden kann. mit diesem objektiv kann man sehr gut fotografieren lernen! liebe gruesse, dorina

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